Isla de Ons

Montag, den 13.09.2021 – Mittwoch, den 15.09.2021

Wir haben uns für die nächsten drei Tage eine Ankergenehmigung für die Isla de Ons besorgt. Leider sind weder Wind noch Wetter sehr beständig. Gestern Abend wurde für heute noch Wind aus SW 4-5 Bft vorhergesagt, heute Morgen stimmt das alles schon nicht mehr. Viel weniger Wind aus wechselnden Richtungen verspricht uns der Wetterbericht für heute und die nächsten Tage. Außerdem soll es heute regnen – natürlich nehmen wir lieber den Sonnenschein 🙂 . Aber es ist schon ziemlich nervig, dass Wind und Wetter so wechselhaft sind und dass Wind und Wetter nicht zur Wettervorhersage passen. Egal – wir segeln erst mal los.

Montag, den 14.09.292

SW-S-SE-E-NE 3 Bft – 13sm – 3h 56min – Ø 3,3kn – gesamt 1.315sm

Praia de Ribeira – Isla de Ons

Sonnenaufgang in der kleinen Bucht hinter der Isla do Corosa

Im Sonnenlicht sieht gleich alles viel schöner aus – Skyline von Ribeira im Sonnenaufgang

Ein kleines Dorf – nur etwas südwestlich von Ribeira

Heute können wir die Isla de Rua sehen – vor ein paar Tagen hat der Nebel sie fast verschluckt

Anfangs sieht es so aus, als wenn wir zur Isla de Ons kreuzen müssen, aber der Wind dreht für uns günstig mit, ist nur leider wieder mal sehr schwach. Mit viel Geduld segeln wir zur Isla de Ons- wir würden gerne mal wieder so richtig durch die Wellen rauschen, aber bei 2-3 Bft wird das nichts 🙁 .

Unsere etwas angeschlagene Laune wegen der nicht so schönen Ankerplätze im Ría de Arousa und der untypischen Wetterlage für September bessert sich schlagartig, als wir den Anker vor dem Strand Praia de Melide auf 9 Metern fallen lassen – er hält sofort und wir können ihn gut in den Sand einfahren. Das ist hier manchmal wohl eher ein Glücksspiel, ob der Anker hält oder nicht, ob man Sand trifft, oder eher Felsen. Etwas südlich der Bucht geht es wohl besser, als direkt vor der Bucht – so die Erfahrungsberichte in der Anker-App, die wir bestätigen können.

Wir sind alleine in der Bucht, nur am Strand sind ein paar Badegäste. Die Isla de Ons im Rücken, den Blick in den Ría de Pontevedra und dazwischen richtig blaues Wasser – angestrahlt von der Sonne 🙂 . Die Kulisse ist einfach schön, Berge im Hintergrund, etwas südlich sehen wir schon die Islas de Cies, die letzten Insel des Naturschutzgebietes. So mögen wir das 🙂 .

Ankerplatz vor dem Praia de Melide

Mit unserem Dinghi fahren wir zum Anleger vor dem Dorf der Insel. Wir dürfen auch hier, wie schon auf der Isla de Salvóra, am Anleger für die Fähren liegen bleiben. Das funktioniert vermutlich nur in der Nachsaison, wenn kein Betrieb mehr ist, macht uns das Anlanden aber wesentlich einfacher, als wenn wir das Dinghi den Strand raufrollen.

O Curro – das Dorf auf der Isla de Ons

Anleger von Isla de Ons

Man kann auch an einer Mooring vor dem Dorf festmachen – ein echtes Schnäppchen 😉

Heute machen wir nur einen kleinen Rundgang durch das Dorf und besorgen uns Informationsmaterial über die Insel – zum Wandern ist es jetzt am Nachmittag einfach zu heiß. Über dem Festland gewittert es – hier scheint entgegen aller Vorhersagen die Sonne 🙂 .

Wir lesen in dem Infomaterial, dass früher bis zu 500 Menschen auf der Insel gelebt haben – jetzt sind es ganzjährig weniger als 10. Mehr als 90 Häuser verteilen sich über den östlichen Teil – im Westen zur Atlantikseite ist es zu rau und stürmisch. Im kleinen Dorf O Curro gibt es Restaurants, Bars, einen kleinen Lemi-Laden, ein Besucherzentrum und eine auffallend moderne Kirche mit maritimem Flair.

Moderne Kirche in O Curro

Den Castelo-Rundgang machen wir dann aber doch, das sind nur 1,1km und die zum Teil im Schatten. Irgendwie überwiegt die Neugierde auf Neues ja doch 😉 . Das Castelo sind Ruinen einer alten Verteidigungsanlage etwas nördlich vom Dorf. Auf dem Rückweg mit dem Dinghi können wir davon dann aber doch mehr sehen, als auf dem kurzen Rundgang 😉 .

Castelo

Picknick-Areal im Schatten

Zurück zum Anleger

Die Nacht wird dann etwas unruhig – diesmal ist es nicht unsere zusätzliche Anker-App, die haben wir nicht aktiviert 😉  – sondern der Wind nimmt zu und kommt aus Ost – für uns genau auflandig. Mit zunehmendem Wind werden auch die Wellen etwas größer und unsere Ruby Tuesday kommt in Bewegung. Alles halb so schlimm, aber doch unruhiger als im Hafen 😉 .

Dienstag, den 15.09.2021

Heute stehen wir früh auf – es ist noch fast dunkel – ist aber denn doch schon halb acht 😉 . Wir wollen nicht zu spät zu unsere ersten größeren Inselwanderung aufbrechen – ab mittags wird es für uns einfach zu heiß.

Mit dem Dinghi fahren wir wieder zum Anleger am Dorf und starten den Süd-Rundgang. Die Isla de Ons ist ganz anders, als die Isla de Sálvora – viel schroffer sind die Felsen, hier wächst sehr viel Farn und Stechginster, es gibt einen Pinienwald im Norden und einen Eukalyptuswald im Süden.

Begrüßung auf dem Anleger

Vom kleinen Tourismusbüro am Anleger haben wir eine self-guided-Tour für den Süden mit vielen Erklärungen und Sehenswürdigkeiten bekommen – dann starten wir mal 😉 .

Zum Leuchtturm laufen wir morgen

Blick über die Insel

Fledermauskästen sehen wir unterwegs an vielen Bäumen

Ein Highlight ist die Enseada de Fedorentos – ein Aussichtspunkt mit großen Steinen, die ein bisschen an Stonehenge erinnern. Die Aussicht von hier oben über die Insel ist wunderschön, phantastisch aber ist der Blick rüber zum Festland und zu den Islas de Cies 🙂 .

Aussichtspunkt Fedorentos

Ausblicke:

 

 

Südinsel von Ons

Südinsel, Festland und Isla de Cies

Islas de Cies

Auf unserer Rundwanderung kommen wir zum Burato de Inferno – Blow Hole oder Hell’s Hole. Erosionen durch Wind und See haben im Granitfelsen eine Höhe geformt, deren Dach dann irgendwann eingestürzt ist. Zurück blieb ein ca. 40 Meter tiefes Loch – bei stürmischem Wetter donnern die Wellen in die Höhle ohne Dach und machen grauselige Geräusche. Höhlenforscher seilen sich in die Höhle ab oder gelangen auch vom Wasser darein. Spannend, aber muss man nicht nachahmen, auch wenn die VA-Ringe schon im Fels eingelassen sind 😉 .

Burato de Inferno

Zum Abseilen

 

Hier geht’s vom Atlantik in die Höhle

Auf der Isla de Ons gibt es eine besondere Salamanderart – groß, grün mit schwarzen Punkten, sehr gut getarnt und sehr scheu. Diese Salamander gib’s auch nur auf der Isla de Ons, auf dem Festland sind sie nicht verbreitet. Die möchten wir natürlich auch sehen – nicht ganz so einfach 😉 . Immer wieder hören wir sie im Farn rascheln, wenn sie vor uns auf der Flucht sind, manchmal sehen wir noch so gerade eben den Schwanz. Egal, wie vorsichtig wir auftreten, um sie nicht durch Erschütterungen zu warnen und zu vertreiben, es ist letztlich dann doch immer Zufall, wenn wir ein großes Exemplar vor die Linse bekommen 🙂 .

Salamander auf Ons

Raubvögel gibt es auch

Weg zurück zum Dorf

Praia de Canexol

Zurück an Bord machen wir erst mal Siesta, dann gehe ich bewaffnet mit einem Spachtel und Taucherbrille schwimmen – ich nehme mir unser Unterwasserschiff vor 😉 . Ohne Taucherflossen, Blei und Sauerstoff ein eher mühseliges Unterfangen, aber ich bin nicht ganz erfolglos. Das Tauchen funktioniert immer besser, ich kann die Luft immer länger anhalten 🙂 . Nur mit dem Auftrieb hab ich so meine Probleme – es sieht bestimmt komisch aus, wenn ich mit den Füßen in der Luft zapple, um wieder unter Wasser zu kommen 😉 . Auf unserer Einkaufsliste steht jetzt auf jeden Fall auch ein Neopren-Anzug, eine Taucherbrille, Taucherflossen und Bleigewichte für mich. Trotz der schwierigen Bedingungen habe ich unser Unterwasserschiff von dem Korallenriff, das sich inzwischen daran festgesetzt hat, befreit. Schraube, Kiel und Bugstrahlruder wird sich Peter dann vornehmen – mit dem entsprechenden Equipment 🙂 .

Heute Nacht sind wir nicht alleine in der Bucht – es sind noch zwei andere Segelboote gekommen. Aber es ist so viel Platz, der reicht sogar noch für die vielen kleinen Fischerboote, die hier ihre Lobster-Pods auswerfen 😉 .

Mittwoch, den 15.09.2021

Als es hell wird sind wir von kleinen Fischerbooten eingekreist. Erst beim näheren Hinsehen, erkennen wir, dass heute nicht gefischt, sondern getaucht wird. Auf allen Booten machen sich Taucher startklar, entsprechende Fahnen wehen auf den kleinen Booten und auch im Wasser haben die Taucher teilweise Markierungsbojen ausgebracht. Gut, dass wir erst heute Nachmittag weiter segeln wollen, jetzt wäre hier kein Durchkommen.

Von Tauchbooten eingekreist

Peter bringt mich mit dem Dinghi zum Praia de Melide, vor dem wir liegen. Hier möchte ich die nördliche Rundwanderung starten, denn sie führt direkt hier vorbei. Das Anlanden gestaltet sich etwas schwierig, denn die Wellen brechen sich am Strand. Ich schaffe es gerade so eben mit meinen Schuhen in der Hand trocken auszusteigen, dann zieht die Strömung das Dinghi zurück und eine brechende Welle schwappt in’s Dinghi – Peter nass, mein Rucksack nass und das Dinghi gut geflutet. Schnell greife ich nach meinem Rucksack, dann wird Peter wieder rausgezogen und paddelt aus der Brandungszone. Ein nasser Rucksack auf dem Rücken – es gibt angenehmeres, kühlt aber dann auch gleich mal 😉 .

Heute geht’s auch zum Leuchtturm

Die nördliche Rundwanderung ist jetzt nicht gerade mit Highlights gespickt – muss aber auch gar nicht. Der Ausblick zur Isla de Sálvora ist sehr schön – es kommt mir vor, als wenn es schon Monate her ist, dass wir dort waren 😉 .

Unterwegs

Immer wieder höre und sehe ich die Salamander und dann gelingt es auch, einen Salamander zu fotografieren. Schön ist der Weg zum Leuchtturm – auf der südlichen Seite wachsen im Garten Palmen. Vermutlich ist das Gebäude am Fuße des Leuchtturms bewohnt – es gibt zumindest Gardinen an den Fenstern und eine Wäscheleine im Garten.

Ich laufe zurück zum Praia de Melide, sehe die immer noch hohen Brandungswellen und verabrede mich mit Peter am Anleger im Dorf – dort komme ich trockenen Fußes in unser Dinghi 🙂 .

Zurück in der Ankerbucht sind inzwischen alle tauchenden Fischer verschwunden und wir machen uns langsam startklar, um in den Ría de Pontevedra zu segeln.

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