Combarro – Enseada da Barra

Montag, den 20.09.2021
NE-N 4-6 Bft – 17sm – 3h 09min – Ø 5,4kn – gesamt 1.346sm

Combarra – Enseada da Barra

Endlich mal wieder richtig viel Wind – und dann noch aus der richtigen Richtung 🙂 . Gestern Abend fing es schon an zu wehen, es pfiff so richtig in den Wanten und auch heute Morgen bringt der Wind unseren Windgenerator mal wieder so richtig in Bewegung!

Combarro bei Niedrigwasser – die Muschelsucherinnen sind bei der Arbeit

Eigentlich wollen wir heute zu den Islas de Cies, die vor dem Ría de Vigo liegen und diesem Schutz vor zu viel Atlantikschwell geben. Angemeldet sind wir dort für die nächsten drei Tage, aber bei dem vielen Wind aus NE ist das kein Vergnügen, dort zu ankern. Auflandig und vermutlich sehr unruhig durch die Wellen. Wir stornieren erst mal für heute unsere Ankergenehmigung und warten ab, wie sich Wind und Wetter weiter entwickeln.

Als wir den Motor anlassen, um den Anker hochzuholen, kommen aus dem Motorraum so komische Geräusche, dass wir den Motor ganz schnell wieder ausmachen. Peter geht auf Ursachenforschung und stellt schnell fest, dass es nicht der Keilriemen ist, wie wir spontan angenommen haben, sondern dass der Ventilator zur Belüftung des Motorraumes heftig quietscht. So ein Mist, denn das ist ein Teil, da kommt Peter wirklich fast gar nicht dran. Vor einigen Jahren mussten wir den Ventilator schon mal austauschen – mit zirkusreifen Verrenkungen. Aber das ist ja leider fast immer so, dass Reparaturen auf einem Segelschiff mit viel Durcheinander und Verrenkungen verbunden und selten leicht und schnell zu erledigen sind. Offensichtlich gehört das zum Langzeitsegeln irgendwie dazu – wir ärgern uns nur, dass die Störungen, die wir in dieser kurzen Saison in Spanien schon hatten, nicht alle am Anfang der Saison aufgetreten sind, als wir noch lustig und munter auf dem Ijsselmeer gesegelt sind. Zumindest die Beschaffung der Ersatzteile wäre dort wesentlich einfacher gewesen 😉 .

Ein paar Stunden und viele Flüche später läuft der Motor des Ventilators dank WD 40 wieder geräuschlos, alles ist wieder eingebaut und aufgeräumt und wir unternehmen den zweiten Versuch, den Anker hochzuholen. Gelingt – und wir segeln spät, aber bei allerfeinsten Bedingungen endlich los. Diesmal haben wir in weiser Voraussicht auch das Dinghi hochgeholt, denn bei 5-6 Windstärken wollen wir keine Belastungsprobe der Haltringe vornehmen 😉 .

Nur mit Genua – unserer Standardbesegelung bei raumem Wind – rauschen wir durch den Ría de Pontevedra und lassen die Städte, Dörfer und schönen Sandstrände an uns vorbeiziehen. Hier haben wir uns so richtig wohlgefühlt, ein super Ankerplatz und ein schöner Ría ohne die dominierenden, ungeliebten Muschelbänke.

Ein schönes Ziel im Ria de Pontevedra wäre auch noch die tief nach Süden einschneidende Bucht von Aldán gewesen. Aber heute weht der Nordwind dort heftig rein, so dass wir nur mit auflandigem Wind hätten ankern können. So segeln wir heute nur daran vorbei, und denken wie schon so oft: „Vielleicht ein anderes mal“, denn wir haben schon einige schöne Ankerbuchten unterwegs wegen der Windrichtungen nicht anlaufen können.

Faszinierend ist das Panorama zwischen dem Festland an der Backbordseite und den Islas de Cies an der Steuerbordseite – schroffe und zerklüftete Felsen wohin man blickt. Wir rauschen durch diese Engstelle geschoben von Wind und Welle – welch ein Genuss 🙂 . Die hohen Wellen bestärken uns noch in unserem Entschluss, heute erst mal nicht zu den Islas de Cies zu segeln – das ist heute einfach zu ungeschützt.

Cabo Home mit Faro de Cabo Home und Faro de Punta Robaleira

Faro de Cabo Home

Faro de Punta Robaleira

Mit Schwung geht es dann vorbei am Punte Robaleira mit dem Leuchtturm darauf und am Punta Subrido, ebenfalls mit Leuchturm, in die Bucht mit dem wunderschönen Sandstrand Enseada da Barra. Hier zeigt der Wind noch mal so richtig, was er kann. Mit mehr als 6 Bft kommt er uns genau entgegen. Erst ganz tief in der Bucht wird es etwas ruhiger. Wellen sind hier keine, aber der Wind sorgt endlich mal wieder dafür, dass unser Windgenerator die Batterien aufladen kann 🙂 .

Im Gegensatz zu den Wochenenden, wenn hier sehr viele Boote liegen, ist es fast leer heute. Mit 4 anderen Booten liegen wir in der großen Bucht, später kommt noch der Katamaran Kiss von den Islas de Cies – war wohl wirklich zu unruhig dort. Als es dunkel wird, gehen langsam im Ría de Vigo in den Städten die Lichter an, die untergehende Sonne taucht alles in warmes Licht.

Abendstimmung in der Eseada da Barra

Am Ausgang des Rías können wir noch die südliche Spitze der Isla de Cies sehen – beleuchtet von pastellfarbenem Licht. Etwas später leuchten die Blitze des Faro de Cabo Silleiro am südlichen Ausgang des Ría de Vigo weiß in die Bucht. Eine schöne Lichterschau nach einem schönen Segeltag 🙂 .

Sonnenuntergang im Ría de Vigo

Getoppt wird das Szenario dann noch durch den aufgehenden Mond – hinter einem Hügel an der östlichen Seite der Bucht steigt er langsam hoch, bis die ganze Bucht in seinem silbrigen Licht eingetaucht ist.

 

Dienstag, den 21.09.2021

Weil es so schön hier ist, bleiben wir einfach noch hier. Es ist immer noch windig, aber nicht mehr so stark wie gestern. Eigentlich könnten wir heute zu den Islas de Cies segeln, aber die laufen ja nicht weg 😉 .

Sonnenaufgang in der Enseada da Barra

Als Ausgleich zum Segeln gehe ich immer wieder gerne Wandern – gerne mit Peter, aber die längeren Touren mache ich dann meistens alleine. So bringt mich Peter heute wieder mal mit dem Dinghi zum Strand 🙂 .

Der Strand ist wunderschön – 1 km lang, feinster, weißer Sand dazwischen ein paar Felsen und überhaupt nicht voll. Eingerahmt wird der Strand von Pinien, dahinter am Hügel kann man die großen Eukalyptusbäume sehen. Und dahinter erhebt sich schroffer Fels.

Praia de Barra

 

Die Islas Cies

Ich laufe am Strand entlang bis zum kleine Dorf Nerga. Von dort geht’s hügelauf nach Hío – ich möchte mir das Steinkreuz von Hío ansehen. Steinkreuze gibt es hier viele, mit verschiedenen Motiven, gut oder nicht so gut erhalten. Das Besondere am Steinkreuz von Hío ist, dass es aus einem Stein gehauen wurde.

Bevor ich bergab nach Hío laufe, habe ich einen schönen Blick auf die Bucht von Aldán.

Bucht von Aldán

Vor der Kirche von Hío steht dann dieses ausgefallen Kreuz – sehr schön.

Kirche von Hío

Das Steinkreuz von Hío

Weiter geh’s jetzt quer über die Landzunge durch Pinien und Eukalyptus zum Aussichtspunkt Miradoiro Cabo Home. Die Pinien duften intensiv, der Eukalyptus etwas dezenter und noch ein Duft liegt in der Luft – vielleicht Lorbeer – ich weiß es nicht genau. Immer wieder führt der Weg durch Dünen und über Sandflächen, bis ich beim Ort Donón wieder auf eine kleine Straße komme. Ein Stück noch steil bergauf, dann habe ich den Aussichtspunkt erreicht. Ein toller Blick zu den Islas Cies, aber auch zu den Islas Ons nach Norden und Baiona nach Süden.

Tolle Aussicht auf die Islas Cies

Kunst am Aussichtspunkt

Auf dem Küstenweg laufe ich zum Faro de Cabo Home – immer die schroffen Klippen und die starke Brandung vor Augen.

Küstenwanderweg

 

Vorbei am Faro de Punta Robaleira geht’s zum Strand Praia Melide. Hier kracht die Brandung so richtig auf den Strand – an schwimmen ist da nicht zu denken.

Der Faro de punta Subrido sieht aus, wie der kleine Bruder vom Faro de Cabo Home 😉 .

Ein kurzes Stück noch auf der Landzunge, dann bin ich nach einer richtig schönen Wanderung wieder am Strand Praia de Barra.

Fast zu Hause

Fünf Stunden war ich unterwegs, anfangs war es noch angenehm kühl, dann aber wurde es wieder richtig warm – den Nachmittag lasse ich im Cockpit mit Nichtstun ausklingen 🙂 .

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