Skatan – Agön

Freitag, 15.08.2014
NW – S 1 – 4 Bft,  – 49,0 sm – 12h 48min – Ø 3,9 kn – gesamt:   2.546 sm

Skatan - Agön

Skatan – Agön

Heute ist so ein Tag, an dem sich das komplette Leben auf dem Wasser beim Segeln abspielt. Der Wetterbericht sagt ab nachts Wind aus Nord mit 4 Bft voraus, tagsüber abnehmend und über Ost auf Süd drehend, bis abends der Wind dann nur noch mit 1 Bft wehen soll. Also von allem etwas – das gilt auch für die verschiedenen Segelstellungen und Segel, die wir heute im Einsatz haben.

Die Nachtruhe ist um 05:45 Uhr beendet. Aufstehen, anziehen, Schiff klarmachen – der Rest kommt später.

Schöne Bescherung am Anker am frühen Morgen

Schöne Bescherung am Anker am frühen Morgen

Wir wollen den schön segelbaren Nordwind nutzen und wieder ein Stückchen Richtung Heimat segeln. Zu sehen gibt es hier bestimmt noch mehr als genug, aber nach den tollen Tagen in der Höga Kusten und den Erlebnissen der vergangenen Wochen und Monate, ist ein bisschen die Luft raus. Jede schöne Bucht und jeden sehenswerten Ort können wir sowieso nicht anlaufen, dafür ist die Zeit einfach viel zu kurz – und Zeit haben wir ja schon wirklich richtig viel. Und viele Buchten, Ankerplätze oder Naturhäfen sind für uns viel zu flach 🙁 Außerdem endet die Saison hier in den nächsten Tagen, die Nächte werden langsam kühl – wir merken, dass der Hochsommer vorbei ist und der Herbst sich ganz langsam anschleicht. Also, auf Richtung Süden, solange der Nordwind bläst.

Nur unter Genua geht`s los, dann setzen wir das Großsegel dazu, der Wind wird aber gleichzeitig auch weniger. Also Genua wieder rein und dann…..setzen wir auf besonderen Wunsch des Skippers, diesmal nicht vom mir :-), den Blister. Damit segeln wir ziemlich lange und sehr angenehm, die Welle kommt schön von hinten und schiebt uns noch ein bisschen mit.

Heute mal Blistersegeln

Heute mal Blistersegeln

Irgendwann müssen wir den Blister schiften, da der Wind dreht und der Kurs nicht mehr stimmt. Jetzt geht die „Übungsstunde“ los. Wir sind ja nicht die begnadeten „Blistersegler“. Meistens segeln wir auf einem Bug, dann holen wir den Blister wieder rein und weiter geht es mit Genua oder Groß oder beidem. Mit Shiften und Kurswechsel unter Blister haben wir es nicht so. Sollte das mal nicht zu vermeiden sein, ziehen wir den Bergestrumpf über den Blister, führen ihn außen um das Vorstag herum und setzen den Blister auf dem neuen Bug wieder neu. Ziemlich laienhaft und dauert auch viel zu lange. Nach dem letzten Blistersegeln hab ich mich mal kundig gemacht, wie wir das besser hinkriegen können. Jetzt ist es soweit, wir werden die neuen Erkenntnisse hoffentlich erfolgreich in die Tat um setzen. Also, abfallen, die Leeschot fieren, bis der Blister nach vorne ausweht und mit der neuen Leeschot auf dem neuen Bug wieder dicht holen. Hat schon ganz gut geklappt, dummerweise haben wir die nun nicht mehr belastete alte Leeschot nicht früh genug wieder dicht geholt. Sie ist jetzt nicht mehr nur rot-weiß, sondern hat auch noch einen schönen blauen Streifen dazubekommen – Antifouling vom Schiffsrumpf. Wir haben die Schot unter dem Rumpf durchgezogen und nur durch Lösen des Palstegs am Blister auch wieder in`s Schiff bekommen.

Schön, wie er da so steht

Schön, wie er da so steht

Manöverkritik erfolgt, dann machen wir drei Stunden später den nächsten Versuch -erfolgreich!!  Der Wind dreht weiter auf halbem Wind,wird weniger und wir holen den Blister wieder rein – keine weiteren Veruche diesmal.

Als gar nichts mehr geht und der Wind mit 1 Bft gegenan haucht, muss der Motor helfen. Die letzte Stunde motoren wir, dann sind wir nach fast 13 Stunden auf dem Wasser an einer Mooring des SXK (Schwedische Segelvereinigung) im Naturhafen von Agön fest. Eigentlich wollen wir ankern, aber die Mooring liegt genau an der Stelle, wo wir hinwollen, da dort das Wasser tief genug ist und der Schwojenkreis ausreicht. Da noch eine freie Mooring für später kommende schwedische Segler vorhanden ist, leihen wir uns mal als Nichtvereinsmitglied die SXK-Mooring aus.

Agön

Agön

Sonnenuntergang in Agön

Sonnenuntergang in Agön

Neben Segelwechsel und Übungsstunde haben wir unterwegs natürlich gefrühstückt, uns und unsere Ruby Tuesday frisch gemacht, gespült, aufgeräumt, gelesen, Bilder sortiert, Blog geschrieben und, und, und … vor allem aber den Tag genossen!!!

Am nächsten Morgen - da ist doch noch einer gekommen

Am nächsten Morgen – da ist doch noch einer gekommen

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