Dingle

Freitag, den 01.06.2018

Auch wenn die Zeit langsam knapp wird – wir wollen spätestens am Montag Abend in Galway sein – bleiben wir einen Tag in Dingle. Es ist nach wie vor tolles Sommerwetter, damit verbunden aber auch sehr wenig Wind zum Segeln 🙁 .

Dingle Marina

Dingle gefällt uns auf den ersten Blick – in der Marina gibt´s Strom, Duschen, Wasser und einen super netten und hilfsbereiten Hafenmeister, der uns abends 80 Liter Diesel in 4 Kanistern direkt auf den Steg liefert. Nachdem wir Wasser gebunkert und unsere Ruby Tuesday richtig schön sauber geschrubbt haben, machen wir uns mit drei großen Taschen Wäsche auf den Weg zur Wäscherei – was für ein Luxus, hier wird die Wäsche gewaschen, getrocknet und auch noch zusammen gelegt 🙂 . Bis 18.00 Uhr können wir die Wäsche wieder abholen. Super, befreit von allem überflüssigen Ballast 😉  schlendern wir durch Dingle.

Hier ist richtig viel los – Dingle ist touristisch voll erschlossen. Ohne Leben in den kleinen Gassen mit den hübschen bunten Häusern, Pubs, Cafe´s, Eisdielen, Geschäften und B&Bs wäre Dingle nur halb so schön. Hier kann man Bootstouren zu den Great Blasket Islands buchen, Kanu fahren, und vor allem Fungi, den Dingle-Delphin mit dem Boot besuchen. Alles dreht sich hier um Fungi 🙂 . Fungi lebt seit 34 Jahren in der Dingle Bay und sorgt dafür, dass die Touristen nach Dingle strömen. Er kommt zu den Booten, springt aus dem Wasser, macht seine Späßchen und das alles freiwillig. Die größte Sorge der Tourismuswirtschaft ist, dass Fungi stirbt, oder das Weite sucht. Das eine ist in den letzten 34 Jahren nicht passiert, das andere wird unweigerlich irgendwann kommen 🙁 .

Wir machen nachmittags eine dreistündige geführte Tour um Slea Head, der wild zerklüfteten Spitze der Dingle-Halbinsel. Mit uns ist noch ein anderes deutsches Paar dabei und Maurice, unser Fahrer zeigt uns die schönsten Aussichtspunkte zum Fotografieren, erzählt viel über die Insel und bringt uns natürlich auch zu den Sehenswürdigkeiten 🙂 . Wir sehen gut erhaltene Bienenkorbhütten, so wie sie auch auf Skellig Michael zu sehen sind, die fast zweitausend Jahre alte Kirche Gallarus Oratory, die aussieht wie ein umgedrehtes Boot und Reasc, die Überreste einer ehemaligen Abtei.

Beehive Hut

 

Gallarus Oratory

Reasc Abtei:

Was wir nicht sehen, ist Dunbeag Promontory Fort, entstanden 800 Jahre v.Ch. – ca.60 bis 70 Prozent wurden im letzten Winter von einem Sturm zerstört. Sturm und Wellen haben die Klippen weggewaschen, auf denen das Fort gebaut war 🙁 .

Auch auf der Dingle-Halbinsel wurden viele Szenen des neuen Star Wars Films gedreht – Hinweise darauf gibt´s gut sichtbar.

Star Wars Film Set

Maurice erzählt, dass er vier Wochen lang die Schauspieler von einem extra gebauten Dorf über eine extra aus Stahl gebaute Straße zum Set auf Sybill Head gefahren hat. Die besten vier Wochen seines Lebens 😉 . Geld spielte keine Rolle, alles wurde mehr als sehr gut bezahlt. Die Fischer, die vor Sybill Head normalerweise fischen, haben eine Entschädigung für vier Wochen Auszeit erhalten, damit sie nicht versehentlich mit gefilmt werden 😉 . Die Entschädigung haben sie gerne genommen und sind stattdessen in die Nachbarbucht zum Fischen gefahren.

Slea Head

Es ist eine kurzweilige Tour und die Zeit vergeht wie im Flug. Abends gehen wir in die kleine St. James Church zu einem Folk Concert. Hier hören wir erstklassige irische Musik – Gitarre und Gesang, Gitarre und Dudelsack, Geigen und Akkordeon, Gitarre und Flöte – ein absoluter Genuss 🙂 . Zum Abschluss des Konzerts wird noch mal alles gegeben und zwei Paare tanzen zu den mitreißenden Rhythmen 🙂 .

Gerne wären wir noch länger in Dingle geblieben – eine Tour mit dem Boot zu den Blasket Islands, vor denen wir selbst nicht gut ankern können, wäre schon noch schön gewesen. Oder ein bisschen auf dem Mount Brandon, dem zweithöchsten Berg Irlands wandern, hätte mir auch gut gefallen. Aber die Zeit …. Die Woche in der Werft hat unsere Pläne ganz schön durcheinander geworfen 🙁 . Auf der anderen Seite ist ja genau das auch das schöne beim Segeln – wir können gar nicht alles planen, sondern entscheiden kurzfristig, was geht oder was nicht geht 🙂 .

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