Lochranza – Burnt Isles

Donnerstag, den 10.08.2017
WSW 4-5 Bft – 17 sm – 4h 03min – Ø 4,1kn – gesamt: 1.633 sm

Lochranza – Burnt Isles

Am späten Abend wird es schon ruhiger in der Bucht von Lochranza – der Wind wird weniger und dreht ein bisschen mehr auf West-Süd-West, so dass die Wellen nicht mehr in die Bucht laufen 🙂 . Es wird eine ruhige Nacht!

Heute Morgen ist das Wasser dann auch so ruhig, dass wir trocken zum Dinghi-Ponton fahren können. Der Ort Lochranza erstreckt sich rund um die Bucht – viele weiße, sehr gepflegte Häuser mit schönen Gärten. Das Ambiente ist ein bisschen so, wie wir es aus Südengland kennen. Palmen in den Gärten, blühende Blumen – schön 🙂 .

Auf einer Landzunge, die weit in die Bucht reinragt, stehen die Reste von Lochranza Castle. 1351 wurde es erbaut und immer mal wieder umgebaut und erweitert. Schon toll, dass nach so vielen Jahren noch so viel von der ursprünglichen Burg steht. Kaum vorstellbar, dass unsere Häuser 700 Jahre alt werden 😉 .

Weite Teile der Bucht fallen trocken

Ruby Tuesday in Lochranza

Am Ende des Dorfes Lochranza steht die einzige Destillerie auf der Insel Arran – eine neue Destillerie, erst 1995 erbaut. Natürlich lassen wir uns einen Besuch mit Tasting Tour nicht entgehen, ist es doch vermutlich die letzte Destillerie auf unserem Whisky-Trail 😉 .

Arran Distillery

Arran Distillery

Die Arran Distillery ist die jüngste Distillery in Schottland und befindet sich in privater Hand. Das ist eher selten, die meisten Destillerien sind von großen in- oder ausländischen Firmen aufgekauft, die oft mehrere Destillerien besitzen. In Arran hat sich Harald Currie, ein gesuchter Master Blender, der ein Leben lang in der Whiskyindustrie gearbeitet hat, einen Traum erfüllt und eine Destillerie gebaut, um dort Whisky nach seinen Vorstellungen zu brennen. Auf Arran gab es immer schon Destillerien, die meisten davon brannten allerdings illegal Whisky. Das besondere an dieser neuen, legalen Destillerie ist, dass alle Produktionsschritte in einem Gebäude stattfinden. Dort steht die Mühle, ein Mash Tun, sechs Wash Backs und vier Stills mit dem Spirit Safe. Alles sehr modern und sehr übersichtlich.

Arran Distillery

Spirit Safe

Jeden Dienstag werden die Fässer gefüllt und in die Warehouses gebracht, damit dort neuer Whisky reifen kann 🙂 . Zur Tour gehört natürlich auch das Tasting – den 14 Jahre alten Arran Whisky und den Arran Cream dürfen wir probieren. Anders, als in den anderen besuchten Destillerien, wird hier auch ein Likör, der Arran Cream, hergestellt. Na ja, Bailys schmeckt besser – wir bleiben hier lieber beim Arran Whisky 😉 .

Whisky-Tasting in der Arran Distillery

Gesegelt sind wir heute auch noch ein bisschen – das Wetter ist gut und mit Wind aus West-Süd-West zwischen 4 und 5 Bft prima, um durch den Kyle of Bute nach Norden zu segeln. Der Kyle of Bute trennt die Insel Bute vom Festland, das Revier hier gilt als eines der schönsten des River-Clyde-Gebietes um Glasgow. Das Panorama ist wirklich beeindruckend – hinter uns die hohen Berge auf Arran, vor uns sanfte Hügel, die immer schroffer werden, je weiter wir in den Kyle of Bute reinsegeln. Kleine Dörfer säumen das Festlandufer, auf Bute sehen wir nur Natur pur.

Kyle of Bute

Richtmarke

Im Norden von Bute, wo sich der West Kyle und der East Kyle treffen, liegen die Burnt Isles, drei kleine, flache, unbewohnte Inseln. Hier lassen wir im Süden der Insel Eilean Moor den Anker für die Nacht fallen. So ganz ruhig ist es hier nicht – die Fähre ein Stückchen weiter im Süden – fährt regelmäßig über den East Kyle und immer wieder brausen kleine Motorboote vorbei. Hören wir weder die Fähre noch ein Motorboot, hören wir das Spektakel der Möwen und anderen Seevögel auf den drei kleinen Inseln 🙂 .

Einfahrt zu den Burnt Isles

Ankerbucht bei den Burnt Isles

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