Donnerstag, 27.09.2012
Heute schlafen wir zur Abwechslung mal aus. Erst um 08:30 Uhr kriechen wir aus den Federn, frühstücken und laufen mal wieder am Strand entlang zum Dorf. Zur Vorbeugung gegen Regen haben wir die Regenhosen eingepackt. Har super gewirkt, es hat nicht geregnet.
Der Supermarkt hatte leider seit fünf Minuten geschlossen, so dass wir unverrichteter Dinge wieder zum Schiff gelaufen sind.
Die wenigen Schiffe, die im Hafen lagen und auch die Plattbodenschiffe verließen wie an einer Perlenkette aufgereiht den Hafen. Ob die auch alle nach Harlingen wollen? Sind wir zu spät und haben uns verrechnet. Wir wollten nicht schon um 13:00 Uhr, sondern erst gegen 15:00 Uhr los. Zur Sicherheit haben wir noch mal den Gezeitenatlas und Hochwasser Harlingen befragt, die sagten uns aber nichts anderes, als wir vorher schon geplant hatten.
Also, immer mit der Ruhe und erst mal ein Butterbrot, bevor es losgeht.
Wir sind dann gegen 14:30 Uhr losgekommen und erst mit gaaanz wenig mitlaufendem Strom mit Wind aus NW, 4 – 5 Bft Richtung Harlingen gesegelt. War das schön, endlich mal nicht so viel Wind und der dann doch noch wider Erwarten aus der richtigen Richtung.
Wir sind um 17:00 Uhr in Harlingen und nehmen dort Christian an Bord. Das hatte sich ganz kurzfristig ergeben und so kommt auch Christian noch mal dazu mit zu segeln, bevor wir in die Ostsee gehen.
Um Christian an Bord zu nehmen, sind wir nicht durch die Brücken in den Innenhafen gefahren, sondern haben, nicht ganz den Vorschriften entsprechend, im ersten Hafenbecken an einem Plattbodenschiff festgemacht.
Marie-Luise und Christian waren noch nicht ganz von Bord, um eben einkaufen zu gehen, kam schon ein Plattbodenschiff, das unbedingt dort längsseits gehen musste, wo wir lagen.
Der Skipper ließ leider nicht mit sich diskutieren, ich musste dort weg. Auch nicht schlecht, bei 4 – 5 Windstärken alleine abzulegen. Zum Glück kam der Wind fast von vorne. Bis die beiden vom Einkaufen zurückkamen, habe ich ein paar Runden im Hafen gedreht, dann durfte ich an einem anderen Plattbodenschiff die beiden fast im Vorbeifahren wieder an Bord nehmen. Gut, dass die so sportlich sind.
Die nächste Anspannung war dann die Fahrt durch das Fahrwasser nach Kornwerdersand. Wir hatten um 17:50 Uhr immer noch 3 Stunden vor Hochwasser Harlingen und zumindest die ersten 3 sm des Fahrwassers sind vor Hochwasser so flach, dass wir uns ganz langsam rangetastet haben. Wenn wir steckenbleiben würden, wäre das nicht ganz so schlimm, denn das Hochwasser kommt ja noch.
Offensichtlich wurde das Fahrwasser wieder ausgebaggert, denn wir hatten immer mehr als 3 Meter Wassertiefe.
In der Dämmerung sind wir an der Schleuse Kornwerdersand angekommen. Dort traf gleichzeitig eine Regatta von Einhandseglern ein. Die hatten echt die Ruhe weg. Geht wohl auch nicht anders, wenn man alleine segelt. Die Härte war dann wohl, dass sich zwei Einhandsegler beim Durchfahren der Brücke unterhalten mussten, dafür die Fahrt aus den Booten nahmen und hinter der Brückenöffnung wieder beschleunigten.
Da der Wind immer noch aus NW wehte, die Nacht klar war und inzwischen der Vollmond leuchtete, haben wir uns auf den Weg nach Medemblick gemacht. Eine wunderschöne, friedliche Fahrt mit Mondschein auf dem Wasser! Das haben wir uns verdient, nach dem vielen Wind der letzten Tage.
Gegen 23:30 Uhr sind wir in Medemblick eingelaufen und haben an einer Contest 55 festgemacht. War wohl ein bisschen überdimensioniert für uns, aber die anderen Schiffe lagen schon im Päckchen. Eigentlich hatten wir gedacht, wir bekämen noch einen Platz direkt am Steg.
Als wir gerade im Cockpit saßen und noch den Brombeerlikör von Marie-Luise probiert haben, kam noch ein Schiff in den Hafen. Ein dänischer Einhandsegler. Den haben wir zu uns rübergewunken und ihm beim Anlegen geholfen.
Der Skipper von der Contetst 55 fand das heute Morgen nicht ganz so lustig, das er nun in einem Dreier Päckchen lag, statt alleine, aber nach ein bisschen schön Wetter machen war er dann doch ganz verträglich.