Crinan – Oban

Mittwoch, den 02.08.2017
SE 4-5 Bft – 26 sm – 5h 11min – Ø 5,1kn – gesamt: 1.553 sm

Crinan – Oban

Auch heute geht´s wieder früh los – wir wollen noch ein Stückchen nach Norden und der nordgehende Strom beginnt schon um 08:00 Uhr. Nicht ganz so früh wie gestern – die Zeit reicht noch für ein Frühstück und die Zeitung. Aber um 09:00 Uhr machen wir uns von der Mooring los.

Wetterwelt verspricht uns für heute Wind aus Südost 4-5 Bft – und Regen den ganzen Tag 🙁 . Komisch, die Sonne scheint und es sieht auch nicht nach Regen aus. So bleibt es auch bis zum frühen Nachmittag, dann tröpfelt es ein bisschen. Also, den Wind und die Wellenhöhe kann Wetterwelt echt gut vorausberechnen, beim Wetter müssen die Burschen noch ein bisschen üben 😉 .

Den Kurs haben wir nach Norden durch die Enge Dorus Mor und den Sound of Luing abgesteckt – überall können bei entsprechendem Wind, d. h. bei Wind gegen Strom, Overfalls und Eddies auftreten. Hier in der Ecke treffen viele enge, flache Sunde aufeinander. Guckt man die Seekarte intensiver an, sollte man vielleicht besser im Hafen bleiben, damit man nicht doch irgendwo auf einen der vielen Overfalls trifft 😉 . Na ja, das ist alles keine Zauberei, man muss halt nur ordentlich die Gezeiten berechnen und den Wind dabei beachten. Dann macht das Segeln hier richtig Spaß 🙂 , selbst wenn es gelegentlich mal etwas ruppig wird. Nur bei viel Wind gegen Strom kann es hier auch gefährlich werden.

Südküste von Isle of Mull

Heute passt alles zusammen – die Strömung geht nach Norden, der Wind bläst nach Norden – so soll es sein 🙂 . Von Overfalls und Eddis ist weit und breit nichts zu sehen. Wir segeln wieder mal nur mit Genua und freuen uns über die schöne Landschaft und das schöne Wetter 🙂 .

Gulf of Corryvreckan

Zwischen der Nordspitze von Jura und der Südseite der Insel Scarba liegt der Gulf of Corryvreckan, 1,5 sm lang und an der engsten Stelle nicht mehr als 0,5 sm breit. Durch diese Engstelle fließt das Wasser mit bis zu 8,5 kn bei Springzeit und bis zu 6,5 kn bei Nippzeit. Die Overfalls, die hier bei ungünstigen Wetterverhältnissen entstehen können, können gefährlich hoch sein.

Als wir uns dem Corryvreckan nähern, sehen wir nur ruhiges Wasser. Auch mit dem Fernglas können wir am Ende des Corryvreckans keine gefährlichen Overfalls sehen. Eigentlich wollten wir nicht durch den Corryvreckan segeln, aber da heute die Bedingungen so optimal sind, entscheiden wir uns spontan um.

Alles ruhig im Corryvreckan

Anfangs mit 7-8 kn, dann mit mehr als 10 kn über Grund rauschen wir durch die Engstelle. Ein faszinierendes Erlebnis – die Berge im Sonnenlicht, Delfine begleiten uns 🙂 .

Ab geht die Post

Erst als wir schon durch den Corryvreckan durch sind, sehen wir die Overfalls. Über mehrere Seemeilen erstrecken sie sich von Ost nach West.

Unruhiges Wasser bei der Ausfahrt aus dem Corryvreckan

Blick zurück

Wir umgehen das unruhige Wasser, indem wir unseren Kurs nah an Scarba entlang legen. Jetzt sehen wir all die Inseln nochmal, die wir in den letzten Wochen besucht oder schon gesehen haben. Die schroffe Westküste von Jura, Coll und Tiree, Iona und die Isle of Mull, vor uns liegen die Gravellachs Isle, die Inseln des Meeres und die Black Isles. Und ganz in der Ferne sehen wir schon den Kerrera Sound mit der Insel Kerrera auf der Westseite und Oban am Ende des Sounds. Toll, ein wirklich tolles Panorama 🙂 !

Gravellachs Inseln

Unterwegs

Gylan Castle an der Einfahrt zum Kerrera Sound

In Oban machen wir dieses mal an einer Mooring des Oban Segelcubs fest. Hier sind wir näher an der Stadt und sind nicht auf die kleine Fähre der Oban Marina, die auf der anderen Seite der Bucht ihre Anlage hat, angewiesen. Dort lagen wir, als wir Ende Mai hier waren. Eigentlich hätten wir Oban gerne mal im Sonnenschein erlebt – im Mai hatte es geregnet. Auch jetzt zieht sich der Himmel zu und es nieselt so vor sich hin. Trotzdem fahren wir mit dem Dinghi die 50 Meter zum Anlegesteg des Segelclubs und verbringen den Nachmittag im Städtchen. Auch ganz schön, wenn man fast alles kaufen kann, was man so braucht 🙂 .

Morgen Nachmittag soll der Wind auf Nordwest drehen – passt ganz gut, denn wir segeln morgen wieder Richtung Süden – dann vielleicht doch durch den Sound of Luing oder den Cuan Sound – auf jeden Fall irgendwohin, wo wir Telefon und Internet haben 😉 .

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