Bergkvara – Flaggskär

Samstag, 13.09.2014
NNE 5 – 6 Bft – 36,0 sm – 5h 29min – Ø 6,6 kn – gesamt: 3.108 sm

Bergkvara - Flaggskär

Bergkvara – Flaggskär

Heute morgen kachelt es ganz ordentlich, der Wind pfeift in den Wanten und Masten. Draußen ist alles grau in grau. Na ja, mal ein Tag ohne Sonne ist nicht schön, geht aber auch. Wir machen noch einen kurzen Rundgang durch Bergkvara.

Museumshafen von Bergkvara

Museumshafen von Bergkvara

Da steht ganz schön Schwell rein

Da steht ganz schön Schwell rein

In Bergkvara

In Bergkvara

Bevor wir starten leistet Peter einem schwedischen Segler „Erste Hilfe“. Die schwedische Bavaria liegt längsseits am Steg, obwohl hier mit Heckmooring festgemacht werden sollte. Die Crew muss weiter nach Norden, aber lieber nicht heute. Zuviel Wind aus Nord. Deshalb wollen sie sich auch an die Mooring legen. Peter übernimmt den Tampen im Dinghi, macht ihn an der Mooring fest und schiebt die Bavaria mit dem Dinghi in die richtige Richtung.

Pünktlich zum Ablegen beginnt es zu nieseln. Unser Ablegemanöver ist auch nicht so ganz ohne – bei 5 Bft querab von der Heckmooring loszukommen hat schon was. Unser Bugstrahlruder darf heute mal zeigen, was es so kann. Klappt alles gut, wir haben die Zuschauer nicht gelangweilt. Skeptisch gucken viele Segler schon, wenn nicht der männliche Skipper am Rad dreht, sondern die weibliche Crew. Für uns bewährt sich diese Verteilung seit Jahren, da Peter viel mehr Kraft hat, das Schiff am Steg zu halten und außerdem hat er die längeren Beine, um vom Schiff runter zu kommen.

Im Kalmarsund erwartet uns trotz strömenden Regens Segelspaß pur. Wir haben raumen Wind, nur die Genua draußen und surfen die Wellen runter – max. Speed 11,2 kn!! Immer wieder zeigt die Logge über 10 kn an. Das ist echt klasse. Gegen den Regen, der von hinten in`s Cockpit kommt, schützt uns unsere Kuchenbude. Segeln mit Kuchenbude ist ja nicht so wirklich seemännisch, heute aber das Mittel der Wahl, um trotz Regen Spaß zu haben.

Utklippan, die südlichste Schäre Schwedens, können wir bei dem vielen Wind und der Welle nicht anlaufen. Wäre ein guter Startpunkt, um nach Bornholm weiter zu segeln, aber was nicht ist, das ist eben nicht. Wir segeln noch einige Seemeilen nach Westen, im Schutz der südlichen Küste geht das gut und lassen dann den Anker in einer schönen Bucht bei Flaggskär fallen – der Regen hört pünktlich wieder auf und die Sonne lugt durch die Wolken.

Flaggskär

Flaggskär

Ganz schöner Zug auf der Ankerkette

Ganz schöner Zug auf der Ankerkette

Der Wind nimmt zu, wir haben immer wieder über 25 kn Wind auf der Anzeige, aber keine Welle in der Bucht. So verbringen wir auch den Sonntag hier und legen mal einen Putz- und Aufräumtag ein. Ein bisschen lesen wir natürlich auch. Dabei erfahren wir, dass direkt vor unserer Nase am 28.10. 1981 ein russisches U-Boot auf Grund gelaufen ist. Angeblich nur wegen falscher Navigation und nicht wie die Schweden glaubten, als Beginn einer russischen Invasion. Nach einigem diplomatischen Hin und Her wurde das U-Boot am 11.11.1981 wieder frei geschleppt und durfte Schweden verlassen. Geschichte hautnah!

Hier lag das russische U-Boot fest

Hier lag das russische U-Boot fest

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