Von Ankerplatz zu Ankerplatz

Freitag, den 28.05.2021 – Donnerstag, den 10.06.2021

Urk – Mirns – Medemblik – Texel – Noordzeekanaal – Gouwzee – Marker Wadden – Mirns – Hindeloopen – Medemblik – Enkhuizen – Urk

Wir sind wieder mit unserer Ruby Tuesday unterwegs. Diesmal ist das Wetter nicht nur sonnig und der Himmelt strahlt richtig schön blau, sondern es ist auch noch warm – so richtig schönes T-Shirt segeln  😉 .

Im Gegensatz zu unserer ersten Ijsselmeer-Inseln-Markermeer-Runde haben wir diesmal so gar keinen Plan, wohin wir gerne segeln möchten. Wir lassen uns vom Wind von Ankerbucht zu Ankerbucht treiben – nur unterbrochen von Treffen mit Kirsten und Torsten, Michaela und Jörg und Sarah, Martin und Lukas.

Wir ankern bei Wind aus Nord vor dem Kite-Spot in Mirns, segeln nach Medemblik und ankern dort immer wieder gerne vor dem Dampfmaschinen-Museum. Dort ist nur ein anderer Ankerlieger – Platz genug für alle  🙂 . Der Wind setzt immer erst am frühen Nachmittag ein – Gelegenheit für uns, unseren Aufbau zu polieren. Weniger erfolgreich sind meine Polierversuche des Rumpfes mit dem Dinghi – es ist einfach zu anstrengend. Da müssen wir noch ein bisschen mit der gelben Welle segeln – nicht schön, hindert aber nicht  wirklich am Segeln  😉 .

Noch weniger schön sind die vielen Ijsselmeerfliegen und viele andere Insekten, die sich überall an Bord niederlassen und nur sehr schwer zu verscheuchen sind  🙁  . Das alleine ist schon ein Grund, das Ijsselmeer mal wieder zu verlassen.

Mit Kirsten und Torsten sind wir auf Texel verabredet – gerne lassen wir die Insektenbrut des Ijsselmeeres hinter uns  😉  . Die Liegeplätze auf Texel sind gut gefüllt, hier ist schon wesentlich mehr los, als im April auf Vlieland und Terschelling. Mit Kirsten und Torsten verbringen wir einen schönen Abend im Cockpit auf der Wind of Change – wir haben uns zuletzt im letzten Jahr im Oktober auf dem Ijsselmeer zum Grillen vor Stavoren getroffen. Eigentlich sehen wir uns auch in der Wintersaison regelmäßig – wegen Corona haben wir aber darauf im letzten Winter verzichtet  🙁 .

Texel:

 

Die beiden bleiben noch einen Tag länger auf Texel, wir nutzen den schönen Wind, um nach Ijmuiden zu segeln. In den Hafen dort gehen wir nicht, sondern fahren noch durch die Schleuse ein Stück in den Noordzeekanaal und machen an einem Wartesteiger vor einer geschlossenen Brücke fest – hier waren wir schon öfter für eine Nacht – man liegt schön am Schilf und kann die großen Pötte auf dem Nordseekanal beobachten.

Am Marker Wadden ankern wir mit Michaela und Jörg – erst mit auflandigem Wind und viel Welle vor der Badebucht südlich des Marker Waddens, dann verlegen wir uns doch lieber auf die Nordseite. Hier ist glattes Wasser und wir liegen dann doch wesentlich ruhiger, nur gestört durch unzählige Ijsselmeerfliegen  😉 . Morgens kommen wir fast nicht aus dem Niedergang – alles sitzt voller Fliegen. Relativ früh starten wir – erst mal Richtung Urk, da wir evt. wegen eines Wasserschadens im Keller nach kräftigen Gewittern nach Hause müssen. Später klärt sich die Situation und wir entschließen uns, doch noch weiter zu segeln.

Wieder ankern wir vor Mirns und besuchen kurz Sarah, Martin und Lukas, die dort mit ihrem Wohnwagen auf dem Campingplatz sind und kiten wollen. Da der Wind zum Kiten in Hindeloopen und Workum besser passt, verlegen wir uns am nächsten Morgen nach Hindeloopen und verbringen dort zwei sehr schöne Tage mit den dreien. Allerdings ist der Hafen von Hindeloopen von Samstag auf Sonntag voll – wir liegen im Vierer-Päckchen.

Treffen der 50-ccm-Mopeds im Hafen von Hindeloopen

Von dort geht´s bei immer noch schönem Wetter noch mal zum Ankern zum Dampfmaschinen-Museum und in den Vorhafen vom Compagnie-Hafen in Enkhuizen. Dort treffen wir ein anderes TO-Seglerpaar und verabschieden die beiden zu ihrer Langfahrt doch ein bisschen wehmütig. Wir wissen immer noch nicht so recht, wohin wir Ende Juni aufbrechen werden – denn losgehen soll es in diesem Jahr doch wieder. Noch eine Saison nur auf dem Ijsselmeer ist dann doch nicht so ganz nach unserem Geschmack  😉 .

Viel zu schnell sind die 14 Tage um – wir fahren wegen des nassen Kellers schon am Donnerstag nach Hause. Wir sind unruhig, da wir nicht wissen, wie viel Arbeit dort auf uns wartet. Aber wenn wir Ende Juni wieder zurück auf unserer Ruby Tuesday sind, werden wir entweder nach Norwegen segeln, sofern die Grenzen dann geöffnet sind oder doch zurück nach Nordspanien, um unseren im letzten Jahr dort unterbrochenen Törn fortzusetzen. Wir sind gespannt, wohin die Reise geht – ist sicherlich auch noch ein bisschen von der Windrichtung abhängig  😉

 

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Rundreise Ijsselmeer – Inseln – Markermeer

Dienstag, den 13.04.2021 – Montag, den 03.05.2021

Urk – Stavoren – Makkum – Terschelling – Vlieland – Harlingen – Workum – Medemblik – Hindeloopen – Lemmer – Enkhuizen – Muiden – Edam – Marken – Urk

Eigentlich wollten wir schon am 03.04.2021 am Ostersamstag für 10 Tage zu unserer Ruby Tuesday fahren und segeln. Aber da hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht – stürmisch, viel Regen, Schneeregen und kalt. Das muss nicht sein. Aber wir beobachten das Wettergeschehen ganz genau und als sich abzeichnet, dass es sonnig wird, packen wir unsere Sachen und machen uns am 13.04.2021 auf den Weg nach Urk. Eigentlich wollen wir nur 12 Tage segeln und am 25.04.2021 wieder nach Hause kommen, aber da das Wetter einfach nur gut ist, verlängern wir spontan um eine Woche 🙂 .

Stavoren:

Makkum:

Terschelling:

Vlieland:

Harlingen:

Bis auf zwei Tage in der letzten Woche haben wir nur Sonnenschein, blauen Himmel, aber immer auch sehr kalten Nordwind. Warm eingepackt und mit viel heißem Tee gegen den kalten Wind genießen wir das Segeln und die immer noch leeren Städtchen am Ijsselmeer. Da sich das sicherlich bald ändern wird, besuchen wir all die schönen holländischen Orte am Ijsselmeer, am Markermeer und Terschelling und Vlieland. Wer weiß, wie lange wir noch nach Holland einreisen dürfen oder wollen – hier sind seit dem 28.04.2021 trotz hoher Infektionszahlen die Außengastronomie und die Geschäfte wieder geöffnet, die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Wenn wir das nächste mal nach Holland fahren, werden wir ankern, denn in überfüllten Marinas oder Stadthäfen werden wir bestimmt nicht anlegen. Dafür sind die Infektionszahlen in Holland viel zu hoch.

Workum:

 

Medemblik:

Wir verbringen bei schönstem, sonnigem, aber sehr kaltem Wetter drei tolle Segelwochen in Holland. Viele schöne Erinnerungen an die Zeit, als wir noch Wochenendsegler auf dem Ijsselmeer waren, werden wieder wach 🙂 . So schön wie das Segeln auf einem leeren Ijsselmeer und das Liegen in leeren Häfen auch ist – irgendwie fehlen aber doch auch die Gesellschaft und die Kontakte zu anderen Seglern. Die Städtchen sind wie ausgestorben, kaum Touristen sind unterwegs. Auf Terschelling und Vlieland sehen wir ein paar mehr Touristen – angelockt sicherlich auch von dem sehr schönen Wetter.  Aber voll, oder überfüllt, so wie wir Hollland auch kennen, ist es nirgends.

Edam:

Sehr gefreut haben wir uns über den Besuch von Marie-Luise, Christian, Annika und Clara in Marken 🙂 . Wind und Wetter sind perfekt, um unserem jungen Seglernachwuchs zu zeigen, was unsere Ruby Tuesday so alles kann 😉 . Viel zu schnell ist dieser schöne Segeltag vorbei und die vier fahren wieder nach Hause.

Marken:

Nach fast drei Wochen Segeln ist auch unsere Zeit auf unserer Ruby Tuesday erst mal wieder vorbei und wir machen uns wieder auf den Weg nach Hause –
mal schauen, wie die Saison so weiter gehen wird 😉 .

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Urk – Hindeloopen – Medemblik – Urk

Samstag, den 20.03.2021 – Montag, den 22.03.2021

Urk – Hindeloopen – Medemblik – Urk

Endlich wieder segeln  🙂  – blauer Himmel, Sonnenschein, keine Wolken, aber eisig kalt!

Wir starten erst gegen 12.00 Uhr, der Wind weht aus SW mit 4 Bft, dreht dann aber über W auf WNW. Hindeloopen ist unser erstes Ziel. Bis zum Frowenzand können wir hoch am Wind segeln, brauchen dann aber noch zwei Kreuzschläge, um Stavoren zu passieren und nach Hindeloopen zu segeln. Ein toller erster Segeltag  🙂  – nicht zu viel und nicht zu wenig Wind, Sonne, kaum andere Segler auf dem Wasser und in Hindeloopen nur noch ein anderer Segler. Selbst der Hafenmeister läßt sich nicht sehen. Ist wohl noch zu früh in der Saison 😉 .

Weiter geht´s am Sonntag nach Medemblik – Wind aus N mit 6 Bft, wieder blauer Himmel und sonnig, heute sind aber auch ein paar Wolken zu sehen. Mit raumem Wind, nur mit Genua rauschen wir durch das Ijsselmeer – Genusssegeln pur 🙂 .

Auch in Medemblick ist der Hafen leer – wir liegen alleine und können tatsächlich im Cockpit in der Sonne faulenzen.

Mittagessen im Cockpit – warm genug angezogen geht´s

Auf unseren Rundgang durch Medemblik verzichten wir diesmal – es ist Sonntagnachmittag und viele Spaziergänger sind unterwegs und nutzen das schöne Wetter. Wir beobachten das Treiben aus sicherer Entfernung 😉 .

Kontaktloses Essen to Go vom Chinesen – haben wir lange drauf gewartet – und es war richtig lecker!

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Cockpit in der Sonne dümpeln wir bei 2 Bft aus NW gemütlich nach Urk zurück.

Die vier Tage in Holland auf unserer Ruby Tuesday waren sehr entspannt, die ständigen Gedanken an Corona sind in den Hintergrund getreten, obwohl wir uns der Gefahr ständig bewusst waren und uns auch entsprechend vorsichtig verhalten haben.

Uns ist es in den vier Tagen ein wenig so wie früher ergangen, als jedes Wochenende auf unserer Ruby Tuesday auch ein bisschen wie Urlaub war 🙂 .

Ein roter Stuhl als Treibgut – haben wir vor Urk aus dem Wasser gezogen

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Noch eine Segelsaison unter Corona-Bedingungen

Als wir im letzten Oktober die Segelsaison beendeten, hatten wir doch die leise Hoffnung, dass wir in diesem Jahr wieder unbeschwerter segeln und unseren unterbrochenen Törn in Spanien fortsetzen können. Nun ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Viele politische Entscheidungen, wie die Pandemie möglichst schnell „in den Griff“ zu bekommen ist, waren und sind fehlerhaft und nicht ausreichend, Corona-Leugner, Demonstranten und all jene, die sich nicht im Mindesten an die Corona-Regeln halten, haben die Situation nicht gerade verbessert, impfen ohne ausreichenden Impfstoff für alle dauert eben auch seine Zeit.

Wir haben diese schwierige Zeit bis jetzt gesund überstanden, persönliche Kontakte haben wir auf die Familie beschränkt, unseren Freundeskreis sehen wir nur noch in Online-Treffen.

Aber trotzdem oder gerade deshalb freuen wir uns auf die neue Saison auf dem Wasser mit unserer Ruby Tuesday 🙂 . Nur … wo können und dürfen wir segeln? Richtung Süden, nach Spanien und weiter nach Portugal wollen wir in diesem Jahr eher noch nicht – zu ungewiss ist es, wie sich die Pandemie weiter entwickelt. Wir möchten gerne Land und Leute kennen lernen, so wie wir es bisher auch gemacht haben. Und ganz wichtig ist für uns, dass wir jederzeit mit Bus, Bahn oder Flugzeug nach Hause kommen können – wir sind halt nicht nur Segler, sondern in erster Linie auch Familienmenschen  😉 . Aber die Ungewissheit, wie sich die Pandemie weiter entwickelt, betrifft ja nicht nur den Süden, sondern ebenso die skandinavischen Länder.

Wir würden auch mal wieder Richtung Norden segeln – Norwegen mit seiner wunderbaren Natur hat uns 2015 sehr gut gefallen und es gibt noch jede Menge dort zu sehen, außerdem sind in Westnorwegen nicht viele Touristen auf dem Trockenen und auf dem Wasser unterwegs. Auch Dänemark, Schweden und Finnland sind lohnenswerte Ziele. Die Infektionszahlen in den nordischen Ländern sind relativ niedrig, aber – die Grenzen sind zur Zeit noch geschlossen. Und wenn die Grenzen wieder öffnen, können wir bestimmt nicht einfach so nach Norwegen segeln und sagen: „Hallo hier sind wir“  😉 . Mal sehen, wie die Einreisebedingungen im allgemeinen und für Segler im besonderen dann aussehen werden.

So werden wir jetzt erst mal in Holland bleiben und im Rahmen der geltenden Ein- und Rückreisebestimmungen zu unserer Ruby Tuesday fahren, auf dem Ijsselmeer segeln, bis wir keine Lust mehr haben und wieder zurück nach Hause fahren. Immer auch mit dem Wunsch und der Hoffnung, dass wir im nächsten Jahr dann endlich in Avilés in Nordspanien unseren dort unterbrochenen Törn nach Galicien, Portugal, Madeira und zu den Azoren fortsetzen können  🙂 .

In einigen Tagestouren machen wir Ende Februar/Anfang März unsere Ruby Tuesday segelklar. Einen Termin in der Werft der Deko-Marina bekommen wir leider nicht, es stehen keine Stellböcke zur Verfügung – erst nach Ostern wieder. Wir hätten gerne unser Unterwasserschiff kontrolliert, denn unsere Ruby Tuesday stand zuletzt im März 2019 kurzzeitig an Land. Na ja, dann eben erst nach Ostern.

Am 19.03.2021 erledigen wir die letzten Arbeiten am Schiff – Aufbauten und Rumpf müssen allerdings noch poliert werden, dazu ist es uns jetzt noch zu kalt – dann machen wir den ersten Probeschlag  🙂 .

Es war ein kalter Winter in Urk

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1.607 sm später …

… liegt unsere Ruby Tuesday wieder im Heimathafen Urk und nicht in Lagos in Portugal, so wie es eigentlich am Ende der letzten Saison noch geplant war.

Biskaya – Englischer Kanal – Holland

Als endlich die Grenzen zu Frankreich und Spanien Ende Juni 2020 wieder geöffnet wurden und wir zu unserer Ruby Tuesday nach Nordspanien fahren konnten, haben wir uns entschieden, unseren Törn weiter nach Süden wegen der Corona-Pandemie und den damit zu erwartenden Bewegungseinschränkungen erst mal zu unterbrechen und mit unserer Ruby Tuesday zurück nach Holland zu segeln. Wir wollten gerne in der Nähe unserer Enkelkinder und unserer Familie und auf jeden Fall zur Geburt unseres 3. Enkelkindes in Deutschland sein. Da im Juni aber unklar war, ob wir jederzeit und von jedem Ort nach Deutschland zurückfliegen können und dann auch wieder zu unserer Ruby Tuesday zurückkommen, sind wir eben zurück gesegelt 🙂 .

Dieser Nonstop-Törn über die Biskaya und durch den Englischen Kanal bis nach Amsterdam mit perfektem Wind und Wetter war neben dem Törn zum Nordkapp und der Umrundung Islands ein weiteres Highlight in unserem Seglerleben  🙂 . Die folgenden Segelwochen in Holland auf dem Ijsselmeer und zu den holländischen Inseln waren unaufgeregt, erholsam und entspannt und durch die Kontakte auf dem Wasser zu unseren Freunden, die wir sonst nur im Winter treffen, eben auch sehr schön  🙂 . Und zwischen den Segelwochen hatten wir so viel Zeit für unsere Enkelkinder, wie sonst nicht im Sommer 🙂 .

Natürlich haben wir manchmal auch etwas wehmütig nach Spanien und auf die geplante Reise geguckt – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben 😉 . In diesem Jahr hätten wir nicht so unbeschwert und uneingeschränkt unser Segelmotto „Sail and Drive“ mit vielen Landausflügen und Enkelkinderpausen umsetzen können, wie wir es in all den vergangenen Jahren gemacht haben. Lockdowns in Galizien und Portugal und gestrichene Flüge nach Deutschland bestätigten uns dann auch in unserer Entscheidung.

Wann wir unseren Törn Richtung Süden fortsetzen, machen wir von dem Verlauf der Corona-Pandemie abhängig. 2021 wird das bestimmt noch nicht so weit sein. Ein weiteres Jahr nur auf dem Ijsselmeer ist aber sicherlich auch nicht unser Wunsch – sooo spannend ist es da auch nicht und überhaupt nicht zu vergleichen mit den Reisen, die wir sonst so unternommen haben.

Vielleicht segeln wir mal wieder nach Norwegen – die Westküste ist fantastisch. Aber auch das hängt davon ab, in welche Länder wir im Frühjahr/Sommer 2021 überhaupt einreisen dürfen und unter welchen Bedingungen.

Warten wir´s ab – die Zeit wird´s zeigen 😉 .

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Und noch ein letztes Mal segeln in dieser Saison

Donnerstag, den 22.10.2020

In den letzten Wochen sind wir ein paar mal für die erlaubten 24 Stunden in Urk gewesen, um unsere Ruby Tuesday langsam winterfest zu machen. Einige Reparaturen haben wir auch erledigt – den neuen Heading wollen wir gerne noch ausprobieren, bevor wir unsere Ruby Tuesday ganz in den Winterschlaf schicken.

Das Wetter passt, die Sonne scheint mal wieder wie so oft in diesem Sommer, der Wind weht mit 5 Bft aus SW. Wir setzen die Segel – auch um sie von den letzten Regengüssen zu trocknen, bevor wir sie für den Winter abschlagen. Der Heading funktioniert – gut so!

Bis fast nach Lelystad segeln wir – gerne würden wir einfach weitersegeln. Auch am Ende der Saison macht das Segeln noch Spaß. Besser wir segeln zurück nach Urk. Es ist trocken und der Wind passt gut, um die Segel abzuschlagen. Ein paar zusätzliche Tampen für die Winterstürme bringen wir aus und versorgen unsere Ruby Tuesday noch mit Frostschutz – und dann ist die Saison 2020 endgültig zu Ende.

 

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Segelsommer in Holland

Dienstag, den 07.07.2020 – Freitag, den 10.07.2020

Urk – Hindeloopen – Medemblick – Urk

Drei Tage wettern wir Sturm und Regen in Urk im Hafen ab, aber dann
scheint auch wieder die Sonne

Wir segeln in den nächsten Tagen nach Hindeloopen und feiern Peter´s Geburtstag mit der Crew der SY Soemarken in Medemblick. Gerne würden wir wieder mal beim Chinesen essen gehen – aber coronabedingt gibt es hier nur Essen-To-Go 🙁 . Die beiden Häfen sind leer, noch sind keine Ferien.

Längsseits an der SY Soemarken in Medemblick

Das wird mit Beginn der Sommerferien in Deutschland und Holland bestimmt anders. Es ist noch vollkommen unklar, wohin man segeln darf, welche Länder ihr Grenzen für Segler wieder öffnen, wie lange sie geöffnet bleiben und ob und wie lange Segler in Quarantäne müssen – das betrifft nicht nur ausländische Häfen, sondern auch die deutschen Inseln. Also rechnen wir mit viel Segelbetrieb auf dem Ijsselmeer 😉 .

Wir werden wohl überwiegend auf dem Ijsselmeer bleiben, überwiegend ankern und die Häfen meiden – die vielen netten kleinen Städtchen am Ijsselmeer kennen wir ja seit vielen Jahren, aber es gibt bestimmt noch Ankerstellen, die für uns neu sind 😉 .

Mit der SY Soemarken nach Urk

Freitags machen wir in Urk fest und fahren für eine Woche nach Hause – wir nutzen die Zeit, die wir in diesem Sommer haben, um unsere Enkelkinder und unsere Familie regelmäßig zu sehen  🙂 .

Samstag, den 18.07.2020 – Montag, den 03.08.2020

Urk – Andijk – Medemblick Maschinenhaus – Kornwerder Sand – Hindeloopen – Den Oever – Den Helder – Nordzeekanal – Muiden – Hoorn – Marker Wadden – Grouwzee – Lelystad – Kornwerder Sand – Medemblick Maschinenhaus – Urk

Nach einer Woche sind wir wieder in Urk – Ort, Hafen und Stellplatz für die Wohnmobile sind voll. Selbst an der neuen Kade liegen Segel- und Motorboote im 4-er Päckchen. Bis hin zu dem Platz für die Plattbodenschiffe ist alles belegt.

Da wir im Moment nicht in unsere Box können, sondern längsseits an einem Kopfsteiger liegen, haben wir immer wieder Segelboote, die längsseits an unserer Ruby Tuesday festmachen. Macht nichts, wir freuen uns ja auch, wenn wie irgendwo im Hafen längsseits an ein anderes Boot gehen können. Der Spaß hört allerdings auf, wenn das Stromkabel aus der Steckdose am Steg gezogen wird, um das eigene Kabel dort anzuschließen oder das „Eingangstörchen“ zum bequemeren an-Bord-kommen geöffnet und später nicht wieder geschlossen wird 🙁 . Wir freuen uns darauf, wieder in unserer Box zu liegen!

Die Menge der Segler überfordert uns – wir sehen zu, dass wir in eine ruhige Ankerbucht kommen. Vor dem Naturschutzgebiet zwischen Andijk und Medemblick lassen wir unseren Anker fallen und verbringen dort mit der SY Wind of Change mit Kirsten und Torsten und der SY Soemarken mit Michaela und Jörg, deren Familiensegelurlaub leider schon wieder vorbei ist, einen schönen und vor allem ruhigen Grill-Abend.

Grillen in Andijk

Beide Boote kommen längsseits zu uns, die SY Wind of Change bringt auch noch einen Anker aus – morgens ist dann dass Ankerketten-Wooling perfekt 😉 . Über Nacht hat sich der Wind komplett verabschiedet und die Schiffe sind um die beiden Anker im Kreis getrieben. Unter vollem geistigen und körperlichen Einsatz bekommen wir die Ankerketten frei 😉  – Kirsten und Torsten verabschieden sich – das Wochenende ist schon wieder vorbei 🙁 .

Oh je …

Mit Michaela und Jörg segeln wir die nächsten Tage – erst mal aber verlegen wir uns nur ein kleines Stück in die Ankerbucht am Maschinenhaus bei Medemblick. Der Wind dreht auf Nord – da ist der Ankerplatz vor dem Naturschutzgebiet nicht mehr geschützt.

Ankern vor dem Maschinenhaus in Medemblick

Was gibt´s denn da so Interessantes zu sehen?

Abendstimmug vor Anker

Hier liegen wir vermeintlich ruhig – aber der Nordwind drückt einen unangenehmen Schwell in die Bucht 🙁 . Da wir wieder vor einem Anker liegen, wird es eine unruhige Nacht – die Schiffe rucken immer wieder in die Tampen ein.

Bei tollem Sonnenschein und 3-4 Bft aus NW segeln wir hoch am Wind nach Kornwerdersand in die Ankerbucht östlich der Schleuse. Auch hier ist viel Betrieb, aber die Bucht ist groß und wir finden einen ruhigen Liegeplatz – diesmal nicht längsseits mit der SY Soemarken, sondern wegen des ungestörten Schlafs lieber jeder für sich allein 😉 .

Ruby Tuesday in Kornwerder Sand

Weiter geht´s

Gemütlich segeln wir die wenigen Seemeilen nach Hindeloopen – dort hat Jörg für uns eine Gasprüfung durch einen Clubkameraden organisiert.

Gemütliches Segeln nach Hindeloopen

Im Hylperhafen ist es voll und ein bisschen chaotisch. Wir liegen nicht gut, fendern unseren Anker zum Steg hin ab und versuchen uns und das restliche Päckchen mit einer langen Leine vor dem Schwojen zu sichern.

Gedränge in Hindeloopen

Besser ist es …

Hylperhafen Hindeloopen

Das gelingt nur so lange, bis die freundliche Skipperin des Motorbootes, an dem unsere Leine belegt ist, diese löst, um Platz für ein Segelboot zu machen, das an dem Motorboot längsseits gehen möchte. Unsere Leine läßt sie der Einfachheit halber mal eben ins Hafenbecken fallen 🙁 . Die Freude ist groß und wir wünschen uns eigentlich nur noch weg von hier. Aber die Gasprüfung … 😉

Nach einer Übernachtung im leeren und eher ungemütlichen Waddenhafen von Den Oever segeln wir bei viel Wind durch die Waddenzee nach Den Helder und machen dort im Hafen Willemsoord fest.

Waddenhafen Den Oever

Hier ist es leer – vermutlich, weil man nur durch eine Schleuse in den Hafen gelangt. Wir genießen das sportliche Segeln durch die Waddenzee und können nach einigen Kreuzschlägen bis in den Vorhafen segeln 🙂 .

Ruby Tuesday auf dem Weg nach Den Helder

Uns beunruhigen die steigenden Corona-Infektionen – auch in Nordholland gehen die Zahlen in die Höhe 🙁 . Also sind wir noch vorsichtiger, als ohnehin schon.

Hafen Willemsoord Den Helder

Ein bisschen Nordseeluft wollen wir dann doch noch schnuppern – wenn wir schon mal hier sind 😉 . Bevor es losgeht, beobachten wir, wie der Clipper „Stad Amsterdam“ von einem Schlepper aus dem Dock geschleppt wird. Er passt nicht in die Schleuse, dafür ist der Clipper zu lang. Er kann das Hafenbecken nur bei gleich hohem Wasserstand vor und hinter der Schleuse verlassen. Ein spannendes Schauspiel 🙂 .

Von Den Helder segeln wir bei Sonnenschein und 3 Bft aus West recht schnell – die Strömung nimmt uns mit – nach Ijmuiden, gehen durch die Seeschleuse in den Nordzeekanal und machen für die Nacht am Wartesteiger zum Zijkanaal fest.

Leuchtturm von Den Helder

Strandhütten vor dem Hafen von Ijmuiden

Eigentlich ein schöner Platz – heute liegen wir hier leider in der Einflugschneise von Amsterdam-Schiphol und direkt am Schilf in der Einflugschneise tausender Mücken 😉 .

Liegeplatz im Nordzeekanal

Amsterdam – auch immer wieder schön 🙂

Westlich von Muiden lassen wir in einer für uns neuen Ankerbucht den Anker für die nächsten Tage fallen. Michaela und Jörg ankern noch eine Nacht mit uns, dann segeln die beiden für einen kurzen Zwischenstopp nach Monnikendam.

Ankern vor Muiden

Ankern vor Muiden

Mmhh …

Der Ankerplatz gefällt uns gut – hier liegen wir gut geschützt und haben einen schönen Blick auf Pampus.

Mit dem Dinghi machen wir einen Ausflug nach Muiden, kommen so gerade eben vor einem heftigen Wolkenbruch wieder an Bord zurück.

Gut dass wir schon wieder an Bord sind

Die Tage vergehen mit lesen, träumen, Pläne schmieden für die Zeit, wenn Corona Geschichte ist und, und, und … Immer wieder faszinieren uns die farbenprächtigen Sonnenuntergänge 🙂 . Die Wolken leuchten in allen Rottönen.

Und immer wieder geht die Sonne rot unter …

In Hoorn im Stadthafen treffen wir uns mit der SY Belle Brise mit Angela und Wilhelm – ein tolles Schiff mit einer sehr netten Crew 🙂 . Wir kennen uns von vielen TO-Treffen in Düsseldorf, unsere Kurse auf dem Wasser haben sich aber noch nicht gekreuzt. Wir gehen längsseits an die SY Belle Brise – der Stadthafen ist gut gefüllt, aber nicht zu voll.

Ruby Tuesday und Belle Brise

Hoorn – immer wieder schön

Auch Hoorn ist eher leer – wir bummeln morgens eine Runde durch die schöne alte Stadt. Maskenpflicht in den Geschäften gibt es hier noch nicht, aber die Kunden sind rücksichtsvoll, es wird nicht gedrängelt und jeder hält den nötigen Abstand. Ob´s auf Dauer reichen wird?

Bei 5 Bft aus West segeln wir zum Marker Wadden und lassen dort den Anker auf der Nord-Ost-Seite der Insel fallen. Hier sind wir alleine – der kleine Hafen vom Marker Wadden auf der Südseite ist allerdings ziemlich voll. Eigentlich wollen Michaela und Jörg auch zum Ankern kommen, haben aber mit ihrer Crew entschieden, den Hafen anzulaufen. Sie halten für uns eine Liegeplatz frei, aber bei so viel Betrieb ist uns nicht nach Hafen – wir bleiben vor Anker liegen, genießen den Blick auf die Insel und die Ruhe.

Nordöstlich vom Marker Wadden

Das Treffen holen wir in der Gouwzee nach – dort ankern wir für eine Nacht. Abends läßt auch noch die SY Lagoom mit Elke und Michael ihren Ankern hier fallen und wir übernehmen mit unserem Dinghi den Shuttle-Dienst. Zusammen mit Elke und Michael und Michaela und Jörg verbringen wir einen schönen Abend auf deren SY Soemarken 🙂 .

Verspätetes Treffen mit der SY Soemarken

Dinghi-Shuttle:

Einfach nur schön …

Bei hochsommerlichen Temperaturen segeln wir Richtung Lelystad. Hier ist nicht so viel Betrieb, Richtung Enkhuizen ist es richtig voll auf dem Wasser. Nördlich der Deko Marina können wir bei Ostwind gut ankern – so voll haben wir die Bucht hier noch nicht erlebt. Offensichtlich meiden viele Segler die vollen Marinas und Stadthäfen aus Sorge vor der Corona-Pandemie. Es ist so heiß, dass wir uns erst nach Sonnenuntergang in´s Cockpit setzen – bis dahin scheint die Sonne direkt von achtern in´s Cockpit. Da hilft auch unser Sonnensegel nichts 😉 .

Spät in der Nacht lassen Kirsten und Torsten noch ihren Anker neben uns fallen – mit den beiden segeln wir dann einen Tag später nach Kornwerdersand 🙂 . Diesmal ist es hier in der Ankerbucht nicht so voll – Platz genug, um einen schönen Grill-Abend mit den beiden zu verbringen.

Wieder ankern wir am Maschinenhaus bei Medemblick – für uns überraschend ist es nicht voll hier. Mit dem Dinghi setzen wir über zum Steg und machen einen langen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet.

Ankerbucht am Maschinenhaus in Medemblick

Immer noch Vollmond

Zurück in Urk können wir wieder auf unserem alten Liegeplatz in der Box festmachen – jetzt sind wir endgültig wieder in Urk angekommen 😉 .

Box 171 – angekommen

Samstag, den 15.08.2020 – Sonntag, den 23.08.2020

Urk – Lelystad – Andijk – Stavoren – Urk

Während wir auf die Geburt unseres 3. Enkelkindes warten, pendeln wir zwischen Holland und Essen. Ein paar Tage sind wir bei der Familie in Deutschland, dann segeln wir wieder ein paar Tage, bis es dann endlich soweit ist: Lukas macht sich auf den Weg 🙂 und wir fahren zurück nach Essen.

Bevor wir wieder nach Hause fahren, ankern wir noch mal nördlich der Deko-Marina, wettern dort einen heftigen Sturm ab, genießen am nächsten Tag die leere Bucht und segeln auch noch mal zur Ankerbucht vor Andijk.

Viel Wind am Ankerplatz in Lelystad

Und auch viel Regen

Nach dem Regen scheint dann doch auch wieder die Sonne

 

Ankern vor Andijk

Abendstimmung am Ankerplatz

Schönes Segeln mit viel Wind und Sonnenschein 🙂 . Zwei Tage bleiben wir hier, dann tanken wir in Medemblick Diesel und Wasser und segeln nach Stavoren. Nördlich vom Alten Hafen ankern wir gut geschützt gegen Wind aus S.

Ankerplatz Stavoren

Morgens dreht der Wind dann allerdings auf SW – das wird wellig und schaukelig. Wir sehen zu, dass wir zügig den Anker lichten und segeln zurück nach Urk.

Fischer in Urk

Zwei Tage später machen wir uns auf den Weg nach Essen, um Lukas zu begrüßen. Das muss dann aber wegen Corona doch noch waren, bis die kleine Familie aus dem Krankenhaus entlassen und wieder zu Hause ist 🙂 .

Freitag, den 04.09.2020 – Sonntag, den 20.09.2020

Urk – Kornwerdersand – Texel – Vlieland – Andijk – Urk – Enkhuizer Sand – Marker Wadden – Uitdam – Marker Wadden – Lemmer – Stavoren – Urk

Für einen letzten längeren Törn machen wir uns Anfang September noch mal auf nach Urk. Die Ferien sind in Holland und Deutschland vorbei – wir möchten gerne zu den Inseln segeln. Da sollte es jetzt nicht mehr überfüllt sein. Wieder ankern wir in Kornwerdersand, diesmal länger als geplant, da die Schleuse gesperrt ist. Nachdem nicht abzusehen ist, wann die Schleuse wieder öffnet, segeln wir nach Den Oever, gehen dort durch die Schleuse und segeln mit dem letzten ablaufenden Wasser durch die Waddenzee weiter nach Texel 🙂 . Leer ist der Hafen nicht, aber wir bekommen einen Liegeplatz in einer Box, die eigentlich ein bisschen zu klein für unsere Schiffslänge ist. Passt, wackelt und hat Luft – das reicht für die nächsten Tage 😉 .

Oudeschild auf Texel

Ein bisschen Sightseeing und eine lange Fahrradtour – das geht von der Menge an Besuchern gerade alles so eben noch. Wie eng mag es hier im Sommer in der Hochsaison gewesen sein? Die Fahrradwege sind auch jetzt noch voll, in den kleinen Inselstädtchen ist Einbahnverkehr in den Fußgängerzonen. In De Koog reihen wir uns noch in den Fußgängerstrom ein, in Den Burg wird uns alles zu eng und zu viel und wir suchen das Weite 😉 .

Ähnlich ergeht es uns dann auch auf Vlieland. Im Hafen gibt es genug Liegeplätze, aber das Dorf ist voll. Aber auf Vlieland kann man ja sehr schön wandern – eine gute Alternative zur vollen Dorfstraße.

Vlieland

Mit dem Fahrrad fahren wir zur Alten Post am Vliesand. Im Gegensatz zu Texel ist es hier nicht ganz so belebt. Dennoch ist uns hier auf den Inseln viel zu viel Betrieb – wir segeln zurück in´s Ijsselmeer und ankern mal wieder vor dem Naturschutzgebiet bei Andijk – alleine 🙂 . Mit dem letzten Licht in der untergehenden Sonne lassen wir den Anker fallen. Hier liegen wir ruhig – kein Gequatsche von Liegeplatznachbarn rechts und links, kein Zigarrenrauch, der in´s Cockpit zieht 😉 .

Bisher haben wir noch nie am Enkhuizer Sand geankert – das holen wir dann mal nach 😉 . Hier können wir unser neues dreieckiges Sonnensegel ausprobieren – befestigt am Achterstag und der Reling schützt es uns gut gegen die Sonne 🙂 . Abends ist der Blick auf das beleuchtete Enkhuizen sehr schön. Ganz ruhig ist es hier aber nicht – vom nahen Deich können wir die Geräusche der Autos allzu gut hören.

Ankerplatz Enkhuizer Sand

Mit sehr wenig Wind dümpeln wir dem Marker Wadden entgegen und lassen auf der Südseite dann unseren Anker fallen. Hier ist es ziemlich voll, wir legen uns etwas abseits an den Rand der Bucht, Abends setzen wir mit dem Dinghi zur Insel über. Auf dem Spaziergang werden wir ziemlich von Mücken geplagt, so dass wir schneller an Bord zurück sind, als wir geplant haben.

Auf der Insel hat sich seit unserem letzten Besuch viel getan. Die Pflanzen sind bunt und üppig, es gibt inzwischen dort ein Restaurant und auch einige Ferienhäuser – alles aus Holz und an die bestehenden Gebäude gut angepasst 🙂 .

In der Ankerbucht südlich von Uitdam im Marker Meer waren wir in diesem Jahr noch nicht. Den letzten Ankerversuch vor zwei Jahren mussten wir abbrechen, da wir uns in den Elodeapflanzen festgefahren hatten 🙁 . In diesem Jahr haben wir nicht viele Elodeapflanzen gesehen – wir wollen noch mal probieren, in Uitdam zu ankern.

Wie auf Schienen segeln wir bei 4-5 Bft aus N nur unter Genua Richtung Uitdam 🙂 . Weit und breit keine Elodea zu sehen. Wir legen uns so tief wie möglich in die Bucht und lassen dort unseren Anker fallen. Leider können wir mit dem Dinghi nicht an Land übersetzen, um ein bisschen spazieren zu gehen. Die Uferbefestigung ist sehr steil, Anlegestege gibt´s nicht. So bleiben wir an Bord und freuen uns über das schöne Wetter und die Ruhe 🙂 .

Morgens dreht der Wind von Nord auf Nordost bis Ost. Es wird wellig und ziemlich schaukelig. Wir segeln quer über das Marker Meer zum Pampushaven und wollen mal sehen, ob und wie man dort vielleicht ankern kann. Sieht gut aus, aber heute wollen wir bei dem schönen Wind und Sonnenschein lieber noch etwas weiter segeln. Wohin so genau wissen wir nicht – ganz Noordholland und damit auch die ganze westliche Seite des Marker- und Ijsselmeers und auch Texel sind seit heute Risikogebiet wegen der steigenden Corona-Infektionen 🙁 . Da wollen wir natürlich nicht unbedingt hin, außerdem müßten wir zu Hause für 14 Tage in Quarantäne, wenn wir aus einem Risikogebiet wieder nach Deutschland einreisen. Also bleibt für uns jetzt erst mal nur die östliche Seite des Marker- und Ijsselmeers.

Bei 4-5 Bft aus Ost segeln wir erst mal Richtung Norden. Kurz vor dem Marker Wadden treffen wir zufällig die SY Belle Brise, diesmal mit Wilhelm und Andreas an Bord. Wir ankern zusammen auf der Südseite vom Marker Wadden, direkt vor dem kleinen Hafen und verabreden uns für den nächsten Tag mit der SY Lubini mit Klaus zu einem Mini-TO-Treffen in Lemmer.

Nach Lemmer geht´s auch mit 4-5 Bft aus Ost – tolles Segeln mit Sonnenschein, aber es ist ganz schön kühl 🙂 . Vor der Schleuse zum Prinses-Margriet-Kanaal müssen wir über eine Stunde warten – wie schön, dass es in Urk keine Schleusen gibt 😉 – dann können wir endlich durch die Schleuse zum Iselmaar weiterfahren. Klaus hat für die SY Belle Brise und für uns schon einen Liegeplatz organisiert – längsseits direkt vor dem Hafenmeisterbüro 🙂 . Hier im Iselmaar werden alte Erinnerungen wach – mehrere Jahren lagen wir zu Beginn unseres Seglerlebens im Iselmaar im Stroomkanaal in der Box 614 – war eine schöne Zeit, vor allem die Entfernung vom Auto zum Schiff war unübertroffen kurz 😉 .

Mit Essen-To-Go vom Hotel Iselmaar verbringen wir einen unterhaltsamen Abend bei uns an Bord – ein gelungenes Mini-TO-Treffen mit Klaus, Wilhelm, Andreas und uns 🙂 .

Und noch mal segeln wir nach Stavoren, um dort vor dem Alten Hafen zu ankern. Bei 4-5 Bft aus Nordost und Sonnenschein ist das Genusssegeln 🙂 . Die Ankerbucht südlich des Alten Hafens ist gut gefüllt, aber groß genug. Kirsten und Torsten mit der SY Wind of Change kommen auch und wir grillen zum letzten mal in dieser Saison gemeinsam auf der SY Wind of Change. Wie immer ist es ein schöner Abend mit den Beiden, der viel zu schnell vergeht 🙂 .

Zurück nach Urk segeln wir bei 4 Bft aus Nordost und Sonnenschein – und warm ist es auch noch 🙂 . Besser geht es nicht. Es ist wohl der letzte Törn in dieser Saison – die Zahlen der Corona-Infektionen steigen überall und vermutlich wird bald ganz Holland Risikogebiet sein 🙁 . Noch liegt Urk nicht in einem Risikogebiet, das kann sich aber sehr schnell ändern. Wir genießen diesen letzten Schlag in vollen Zügen!

 

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Über die Biskaya und durch den Englischen Kanal in´s Ijsselmeer

Freitag, den 26.06.2020 – Donnerstag, den 02.07.2020                                                               SW 5-7 Bft – 839sm –  Ø 5,6kn

Track Avilés – Urk

Schon in den letzten Wochen verfolgen wir das Wetter in der Biskaya sehr genau – es ist gar nicht so einfach ein akzeptables Wetterfenster mit Wind aus der passenden Richtung für drei Tage zu finden 🙁 , um gut über die Biskaya zu kommen. Entweder kommt der Wind aus Nord – genau dahin wollen wir segeln, oder es ist Flaute oder es zieht mal wieder ein Sturmtief über die Biskaya. Alles nichts für uns, um uns auf den Weg nach Hause zu machen 😉 .

Wir planen, über die Biskaya bis zur Ilé d´Ouessant und dann weiter in den Englischen Kanal zu segeln. Stoppen wollen wir in Frankreich, Belgien oder Holland nur, wenn es zu stürmisch wird oder Flaute ist. Tolle Wünsche  😉  – ob die sich wohl erfüllen lassen?

Schon Anfang der Woche, als wir in Spanien ankommen, zeichnet sich ein passendes Wetterfenster ab – Freitag könnten wir mit wenig Wind starten, der dann in der Nacht zu Samstag schon eher frischer werden soll, um dann recht moderat weiter zu wehen. Wir könnten am Rande eines Tiefs, das über Irland und England wegzieht, mit Wind aus Südwest, später aus West Richtung Norden segeln. In Höhe der Ilé d´Ouessant würde es dann noch mal richtig windig, sollte sich das Tief nicht weiter nach Norden verlagern. Stimmt die Wettervorhersage, würde uns der Wind in den Englischen Kanal schieben. Windstärken zwischen 5 und 7 Bft, Windrichtung aus Südwest bis West – alles Bestens für einen Kurs mit raumem Wind 🙂 . Nur – bis Freitag ist noch lang und da kann sich an der Wetterlage noch so einiges ändern.

Tatsächlich bleibt die Wettervorhersage im Groben so, wie wir sie schon seit Montag beobachten – es sieht alles danach aus, als wenn wir in einem Rutsch nach Hause segeln könnten 🙂 .

Freitag Morgen um 07:00 Uhr legen wir mit unserer Ruby Tuesday in Avilés ab und starten die ca. 830 sm lange Rückreise nach Urk im Ijsselmeer 🙂 . Mit viel Respekt vor der Biskaya verlassen wir die Ria de Avilés und haben erst mal ziemlich wenig Wind. Das ist auch gar nicht so schlecht, denn wir sind 9 Monate nicht gesegelt und müssen uns erst mal wieder an die Schiffsbewegungen gewöhnen.

Punta de la Forcada an der Mündung der Ria de Avilés

Das Wetter ist toll, die Sonne scheint, Delfine begleiten uns immer wieder durch den Tag.

Einer von unzähligen Delfinen in der Biskaya

Nach 11 Stunden, in denen uns 8 Stunden der Motor weitergebracht hat, erreichen wir die Ausläufer des Tiefs mit endlich richtig segelbarem Wind. Für die Nacht bereiten wir uns auf viel Wind vor, wir reffen das Großsegel und binden das 2. Reff ein. Innerhalb von Minuten legt der Wind von 5kn auf 25kn zu – ab geht die Post. Welch ein Spaß – unsere Ruby Tuesday läuft und läuft und läuft …. smooth setzt sie in die nun doch höher werdenden Wellen ein 🙂 .

Im Laufe der Nacht nehmen Wind und Welle wie vorhergesagt zu. Der Wind weht aus SW meistens mit 30kn, in der Spitze auch schon mal 34kn, das aber wirklich nur in Böen. Es ist dunkel, kein Mondlicht schimmert wenigstens ein bisschen auf den Wellen, so dass wir die anrauschenden Wellen nur hören, nicht aber sehen. Erst gegen Morgen nimmt der Wind etwas ab und weht meistens mit 25kn. Das Etmal unseres ersten Tages (Freitag, 07:00 Uhr bis Samstag 07:00 Uhr) beträgt 126sm, wir sind mit durchschnittlich 5,3kn unterwegs. Jetzt bei Tageslicht können wir die Wellen denn dann auch sehen  😉 . Die Wellenhöhe ist wie immer schlecht zu schätzen, wir empfinden sie aber als hoch. Zumindest die „drei Schwestern“ die regelmäßig über uns her fallen, sind höher als die vorhergesagten 2,80 Meter 🙁 . Das ist jetzt nicht mehr wirklich Genusssegeln, sondern die Bewegungen an Bord werden ziemlich anstrengend.

Im Laufe des Samstags beruhigen sich Wind und Welle – Wind um 20kn aus Südwest bescheren uns angenehmes Segeln und flottes Vorankommen 🙂 . Die Sonne scheint, es ist angenehm warm – wir freuen uns, dass es bis jetzt so gut läuft 🙂 . Die zweite Nacht ist sternenklar und der Mond scheint nun auch. Der Wind weht weiter aus SW, immer knapp unter 20kn. Tolles Segeln! Das Etmal unseres zweiten Tages (Samstag, 07:00 Uhr bis Sonntag 07:00 Uhr) beträgt 138sm, wir sind mit durchschnittlich 5,5kn unterwegs und sind bisher 264sm gesegelt.

Das Tiefdruckgebiet zieht anders als vorhergesagt nördlicher über England weiter, so dass wir Sonntag Mittag bei der Ilé d´Ouessant nur noch 18kn Wind haben 🙂  und nicht 30kn, mit denen wir gerechnet hatten.

Leuchttürme vor der Ilé d´Ouessant

Wir segeln nicht durch den Chenal du Four zwischen der Ilé d´Ouessant und dem Festland, da uns dort jetzt die Strömung entgegen kommt. Wind gegen Strom macht nicht wirklich Spaß und ist hier durch Overfalls und Wirbel eher unangenehm bis gefährlich. Und ein Ankerplätzchen zum Warten auf die richtige Strömungsrichtung bietet sich dort auch nicht an. Wir passieren daher die Ilé d´Ouessant westlich, werden aber auch hier durch starke Strömung und hohe, sich brechende Wellen reichlich durchgeschüttelt. Obwohl wir 18kn raumen Wind haben, machen wir nur noch 1,9kn Fahrt über Grund. Strömung und konfuse Wellen bremsen uns ganz schön aus 🙁 . Aber auch dieser Spuk ist irgendwann vorbei und hört auf, als wir Kurs in den Englischen Kanal nehmen.

Ilé d´Ouessant

Da wir jetzt überwiegend den Wind von achtern haben werden, nehmen wir das Großsegel runter und segeln nur noch unter Genua weiter – eine Wohltat, wie ruhig unsere Ruby Tuesday nun ihren Kurs segelt 🙂 .

Wir haben wirklich Glück mit Wind und Wetter – Sonnenschein und weiterhin Wind um 25kn aus Südwest. So rauschen wir an der Französischen Küste entlang Richtung Channel Islands. Auch die 4. Nacht beschert uns um 25kn Wind und eine Welle, von der wir auch gerne mal runter surfen 🙂 . Das 3. Etmal (Sonntag, 07:00 Uhr bis Montag 07:00 Uhr) beträgt 128sm, wir sind mit durchschnittlich 5,4kn unterwegs und sind bisher 392sm gesegelt.

Alderney ist unser nächster Wegpunkt. Wir mögen die Kanalinseln sehr und entscheiden kurzfristig, hier für ein paar Tage einen Stopp einzulegen. Bevor wir am Montag Mittag den Hafen von Alderney anlaufen, funken wir mit der Coastguard und erfahren, dass alle Kanalinseln für ausländische Boote geschlossen sind – Corona halt. Schade 🙂  – ein paar Tage Alderney, ankern vor Sark und das lebhafte Guernsey hätten wir schon gerne auf unserem Törn nach Hause noch mitgenommen 😉 .

Mit passender Tide passieren wir das Race of Alderney und das Cap de La Hague und nehmen Kurs auf Calais. Wind zwischen 24kn und 28kn aus Südwest bringt uns schnell voran, durch die Landabdeckung der französischen Küste sind die Wellen nicht mehr so hoch. In Höhe von Cherbourg kommt der Französische Zoll auf uns zu, fragt nach dem Woher und Wohin und nach der Anzahl der Personen an Bord. Das kennen wir schon  😉  – fast jedes mal, wenn wir hier entlang segeln, sind wir bis jetzt kontrolliert worden. Mal mit Beamten an Bord, mal nur über Funk und auch schon mal von einem Hubschrauber. Heute reichen den Zollbeamten unsere Angaben über Funk nicht, sie bitten an Bord kommen zu dürfen – bei 26kn Wind, Welle von hinten und 7-8kn Fahrt ein ambitioniertes Unternehmen 😉 . Wir bleiben im Cockpit sitzen und begucken uns die akrobatischen Einlagen der beiden Beamten, die sich von einem Dinghi zu uns an Bord hangeln. Geht alles gut – haben die wohl schon öfter gemacht 😉 .

Der Zoll besucht uns mal wieder

Wir haben eine unterhaltsame Stunde mit den Beiden bei uns an Bord. Einer der Beamten ist auch Segler – er interessiert sich hauptsächlich für unsere Ruby Tuesday und die Navigationstechnik. Eher nebenbei werden unsere Personalien und Bootspapiere kontrolliert.

Fotos bitte nur ohne Gesichter

Zum Schluss kommt noch die obligatorische Frage, ob wir Zigaretten, Alkohol oder Drogen an Bord hätten. Haben wir natürlich nicht! Eine kurze Führung durch das Schiff – und schon sind die Beiden wieder in das Dhingi gehüpft und bleiben in unserem Kielwasser. Falls uns der Französische Zoll auf diesem Törn noch mal kontrollieren sollte – wir haben eine offizielle Unbedenklichkeitsbescheinigung bekommen, die wir dann vorzeigen sollen 😉 .

Das Wetter soll schlechter werden, es ist Regen angesagt. Wir schließen unsere Kuchenbude, das Großsegel haben wir ja schon lange geborgen. Nur unter Genua, wind- und regengeschützt in der Kuchenbude geht es entspannt mit 25kn durch die 4. Nacht 🙂 . Wir segeln parallel zum Verkehrstrennungsgebiet. Mit der Tide haben wir auch hier wieder großes Glück. An Boulogne-Sur-Mer rauschen wir nur so vorbei und auch das Cap Gris-Nez, an dem wir vor Jahren auf dem Weg zu den Kanalinseln gegen Wind und Strömung auch schon mal rückwärts gekreuzt sind 😉 , lassen wir mit 9,5kn Fahrt über Grund schnell hinter uns  🙂 . Wenn wir Tagesetappen segeln, können wir die Tide und damit den richtigen Abfahrtszeitpunkt berechnen, bei so einer langen Strecke ist man eher durch Zufall und ein bisschen Glück zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle – oder man muss halt rechtzeitig die Geschwindigkeit reduzieren oder beiliegen oder ankern oder …., um nicht gegen den Strom zu segeln. Hier hat´s gepasst  🙂 .

Morgens haben wir dann ein 4. Etmal (Montag, 07:00 Uhr bis Dienstag 07:00 Uhr) von 147sm, wir sind mit durchschnittlich 5,6kn unterwegs und sind bisher 539sm gesegelt.

Die Routine an Bord hat sich schnell schon zu Beginn unseres Törns eingestellt – alle 4 Stunden ist Wachwechsel, dazwischen nehmen wir uns immer auch gemeinsame Zeit zur Übergabe, zum Quatschen und zum Essen – nachts natürlich weniger, als tags 😉  . Wie immer gibt´s Obstsalat zum Frühstück, Brote zum Mittag und abends haben wir Auflauf, Pizza oder Nudeln – einiges unter sehr akrobatischen Verrenkungen zubereitet  😉 , einiges aber auch schon vor Abfahrt vorbereitet. Obwohl durch die Wellen immer noch viel Bewegung im Schiff ist, merken wir, dass wir uns immer selbstverständlicher an Bord bewegen. Ein bisschen pathetisch ausgedrückt  😉 , könnte man sagen, wir sind wieder eins mit unserer Ruby Tuesday. Automatisch, ohne nachzudenken, passen wir unsere Bewegungen den Schiffsbewegungen an 🙂 . Ein schönes Gefühl!

Viel los ist nicht auf dem Wasser. Wir haben das Gefühl, dass wir alleine unterwegs sind. Zwei andere Segler haben wir bisher gesehen, auch nur ganz wenige Frachter und Fischer kreuzen unseren Kurs. Besser so, als wenn viel Betrieb ist 😉 . Anders wird das, als wir in der Dover Strait sind – hier begegnen wir den Fähren, die zwischen Calais und Dover hin und her sausen und auch das Aufkommen an Frachtern im Verkehrstrennungsgebiet wird höher. Macht aber nichts, wir segeln außerhalb des Verkehrstrennungsgebiets durch die belgischen Sände, passieren Walcheren, Schouwen, das Scheldegebiet und queren vorschriftsmäßig 😉  die Maasmündung. Das alles bei immer noch 18kn – 25kn Wind aus SW, mäßiger Welle und Sonnenschein 🙂 .

Frachter und Kreuzfahrtschiff auf Reede

Auch auf Reede

Auf der Nordsee gibt´s auch schöne Sonnenuntergänge 😉

Die Hafeneinfahrt von Ijmuiden passieren wir gegen 23:30 Uhr und sind um 00:00 Uhr an der Seeschleuse Ijmuiden. Die Seaport-Marina Ijmuiden ist für uns keine Alternative zum Weiterfahren – wir mögen die Marina nicht, noch weniger mögen wir das Stahlwerk, das direkt gegenüber der Marina liegt 🙁 . Um 00:30 Uhr sind wir im Nordzeekanaal, drei Stunden später fahren wir durch das wunderschön beleuchtete Amsterdam. Gerne wären wir bis in´s Ijsselmeer weitergefahren und dort weiter gesegelt, aber die Oranjesluizen und die Schellingwouderbrug in Amsterdam sind derzeit nachts wegen Corona geschlossen. Wir machen am Wartesteiger der Schleuse fest und können kaum glauben, dass wir schon fast zu Hause sind  🙂 .

Das letzte Etmal, das aber ja kein richtiges Etmal ist, da wir schon um 03:30 Uhr am Steiger liegen, beträgt 120sm, wir sind mit durchschnittlich 5,7kn unterwegs und sind bisher 794sm gesegelt  🙂 .

Donnerstag Morgen geht´s erst spät weiter – einige Boote sind schon durch die Schleuse gegangen. Die Sonne scheint immer noch, es ist warm und der Wind weht …. passend aus SW mit 18kn-25kn  🙂 . Wir wollen gegen jeden besseren Wissens nach Monnickendam – das Fahrwasser dort hin ist nur 2,10 Meter tief und wir haben einen Tiefgang von 1,90 Metern, gaaanz schlecht und noch schlechtere Seemannschaft 😉 . Aber unsere Freunde Michaela und Jörg liegen dort mit ihrer SY Soemarken und ein Treffen auf dem Markermeer mit Eskorte bis nach Monnickendam hat leider nicht geklappt. Wir haben einfach zu lange geschlafen  🙁 . Wir kommen tatsächlich wieder mal ohne Grundberührung in Monnickendam an – Peter ist schweißgebadet, dieses Stück Fahrwasser ist aufregender als der ganze zurückliegende Törn! In Monnickendam werden wir dann von Michaela, Jörg und deren Kindern und Enkelkindern in Empfang genommen, die für drei Wochen Sommerurlaub das Projekt „7 in einem Boot“ bisher sehr erfolgreich angehen  🙂 .

„Unser“ Liegeplatz in Monnickendam

Gouwzee …. wenn das Fahrwasser dorthin nur nicht so flach wäre

Wir verbringen schöne, kurzweilige Stunden miteinander und legen Freitag Morgen zu unserem letzten Schlag nach Urk ab – mit Wind aus SW, 25kn 🙂 – kennen wir nun ja schon 😉 .

Nach einer letzten Rauschefahrt machen wir nach 29sm in Urk fest – leider nicht in unserer Box, die ist besetzt, sondern mit auflandigem Wind an der Kade direkt am Parkplatz  🙁 .

Kein guter Platz bei so viel auflandigem Wind

Gibt wirklich bessere Liegeplätze bei dem vielen Wind, aber wir trotzen hier zwei Tage Sturm und Regen, bis wir uns am Montag auf unseren Liegeplatz verholen – Angekommen 🙂 .

794 Seemeilen am Stück, fast 6 Tage – von Avilés bis zu den Oranjesluizen in Amsterdam – so viel sind wir bisher noch nicht gesegelt.  Es war ein toller Törn, Segeln vom Feinsten und fast wie im Rausch 🙂 . Weiter, weiter, immer weiter …. wir hätten noch Tage so weitersegeln können! Nach unseren Törns zum Nordkap und rund Island ist dieser Törn ein weiteres Highlight in unserem Seglerleben 🙂 . Wir sind uns aber auch sehr bewusst, dass wir den Törn nur deshalb so genießen konnten, weil alle Bedingungen optimal waren. Hätten wir weniger oder mehr Wind oder schlimmer, Wind gegenan gehabt, oder hätten hoch am Wind segeln müssen, hielte sich unsere Begeisterung vermutlich in Grenzen 😉 . Rückblickend haben wir das einzige für uns passende Wetterfenster erwischt, dass uns diesen  traumhaften Törn ermöglicht hat 🙂 . Wären wir nicht am Freitag losgesegelt, wären wir immer noch in Avilés. Bis jetzt und auch für die nächsten Tage zeichnet sich kein passendes Wetter ab, um nur über die Bsikaya zu segeln. Es gibt bestimmt Schlimmeres, als noch ein paar Wochen in Avilés zu bleiben, ist aber nicht das, was wir wollten 😉 .

Und wie geht´s jetzt weiter? Der Törn über die Biskaya und durch den Englischen Kanal zurück nach Urk wird in diesem Jahr bestimmt das aufregendste Segelerlebnis sein 😉 . Wir werden in dieser Saison noch ein bisschen auf dem Ijsselmeer segeln, die holländischen Inseln besuchen, vielleicht mal nachts die Staande Mastroute durch Amsterdam fahren oder …. wir werden sehen, was Wind, Wetter, Enkelkindernachwuchs, Familie und Corona so möglich machen!

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Wir sind wieder an Bord unserer Ruby Tuesday 

Samstag, den 20.06.2020 – Donnerstag, den 25.06.2020

Neun lange Monate hat unsere Ruby Tuesday in Avilés in Nordspanien auf uns gewartet. Dass es eine so lange Zeit werden wird, bis wir wieder zurück auf unsere Ruby Tuesday kommen, haben wir im September 2019 nicht geahnt.

Eigentlich wollten wir schon Mitte April 2020 wieder in Nordspanien sein und unser Schiff auf den nächsten Törn nach Lagos in Portugal vorbereiten – aber dann kam Corona und hat nicht nur unsere Segelpläne auf den Kopf gestellt. Ohne hier weiter auf die Folgen und Auswirkungen des Corona-Virus für uns alle einzugehen, wird jeder für sich einen Weg finden müssen, damit umzugehen. Wir haben für uns beschlossen, unsere weitere Reise nach Portugal, nach Madeira und den Azoren erst mal zu unterbrechen und unsere Ruby Tuesday nach Holland zurückzusegeln. Für uns ist es unvorstellbar, nicht jederzeit für eine Enkelkinderpause zur Familie nach Hause fliegen zu können oder nicht jederzeit zu unserer Ruby Tuesday zurückzukommen, so wie wir es in den letzten Jahren immer gemacht haben oder immer auch mit neuen Bewegungseinschränkungen in Spanien oder Portugal rechnen zu müssen. Das passt mit unserer Vorstellung von Freiheit unter Segeln einerseits, aber auch engen Kontakt zur Familie andererseits nicht wirklich zusammen.

Mit Avilés, dem nicht besonders schönen Industriehafen, haben wir für unsere Ruby Tuesday einen idealen Hafen zum Überwintern im Wassern gefunden. Kein Schwell kommt vom Atlantik bis in diesen langen Fjord, der Zugang zu den Stegen ist abgeschlossen und der Hafenmeister kümmert sich sehr engagiert um die Boote der Winterliegegäste 🙂 . Regelmäßig haben wir Fotos von unserer Ruby Tuesday bekommen. Auch als klar war, dass wir wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant nach Spanien zurückfahren können, beruhigte uns der Hafenmeister, dass wir den Liegeplatz so lange wie wir ihn brauchen auch behalten können. Er werde sich weiter um unser Schiff kümmern, es regelmäßig abspritzen und die Leinen kontrollieren – eine Sorge weniger 😉 .

Am 20.06.2020 brechen wir dann mit einem voll gepackten Leihwagen nach Spanien auf. Ein One-Way-Leihwagen ist ja nicht gerade ein Schnäppchen, aber zufällig können wir die Kosten um die Einweggebühr reduzieren, da bei unserem Vermieter ein spanischen Leihwagen steht, der nach Spanien zurückgefahren werden soll – das machen wir natürlich gerne 😉  .

Die Fahrt durch Holland, Belgien und Frankreich verläuft vollkommen problemlos, die Straßen sind frei, es ist kaum jemand unterwegs. Nur rund um Paris ist dann doch mehr Betrieb. Bis Bayonne fahren wir am Samstag und übernachten dort in einem kleinen Hotel. Um nach Spanien weiter zu fahren ist es noch zu früh – die Grenze öffnet nach wochenlanger Schließung erst wieder um Mitternacht 😉 . Der Grenzübertritt am nächsten Morgen erfolgt fast unbemerkt. An einer Mautstation ist auch die Grenze – wir bezahlen unsere Maut und schon sind wir in Spanien. Besser hätte es nicht klappen können 🙂 . Auch hier ist nichts los – Grenze und Autobahn sind frei  🙂 .

Gegen Mittag sind wir dann endlich in Avilés wieder an Bord unserer Ruby Tuesday. Die strahlt und glänzt – der Hafenmeister hat morgens wohl noch das Deck so richtig geschrubbt 🙂 . Auf den ersten Blick sehen wir weder am Rumpf noch am Rigg oder an den Festmachern irgendwelche Schäden – auch unter Deck ist alles ok. Keine Feuchtigkeit, kein Schimmel – nur der übliche Geruch, wenn man lange nicht an Bord war 😉 .

In den nächsten Tagen machen wir unsere Ruby Tuesday wieder segelklar – das ist hier nicht weniger aufwändig, als in Holland 😉 . Neben den üblichen Arbeiten taucht Peter das Unterwasserschiff ab – der Rumpf hat nur einen leichten schleimigen Bewuchs, der sich sicherlich absegelt, das Bugstrahlruder und den Saildrive muss er von einigen hartnäckigen Untermietern befreien 😉 . Raus muss unsere Ruby Tuesday dafür nicht. Peter zieht mich zum Riggchecken in den Mast – auch hier ist alles ok. Unsere Logge müssen wir allerdings dann doch ziehen – die ist so bewachsen, dass sie sich beim Tauchen nicht reinigen lässt.

Neben den Arbeiten am Schiff bleibt aber auch noch Zeit, ein bisschen spanische Natur und Kultur zu genießen 🙂 . Wir machen einen Ausflug zur Mündung des Ria de Avilés und bestaunen wieder mal den weiten Atlantik. Wir freuen uns auf´s Segeln – endlich wieder raus auf´s Wasser 🙂 .

Die schöne Altstadt von Avilés, die man in so einem Industrieort gar nicht erwartet, besichtigen wir jetzt auch – im September im letzten Jahr haben wir das irgendwie nicht mehr geschafft 🙁 . Wir sind ziemlich überrascht, welch schöne alte Kirchen, Häuser und Paläste dort stehen – die Altstadt von Avilés soll eine der ursprünglichsten und besterhaltenen Altstädte Asturiens sein.

Auffällig ist allerdings auch, dass dort kaum jemand unterwegs ist. Die Stühle vor den Restaurants und Cafés sind leer oder hochgestellt. Touristen sieht man gar nicht, alle gehen mit großem Abstand aneinander vorbei und fast alle tragen den Mund-Nasen-Schutz.

Auf der Promenade, die am Hafen entlang führt, ist wesentlich mehr Betrieb. Hier wird gewalkt, gejoggt oder einfach nur spazieren gegangen und die Sonne genossen.

Bevor es dann am Freitag los geht, verbringen wir einen schönen Abend mit dem Hafenmeister und auch mit Johanna und Norman von der SY Irma, die auch in Avilés überwintert hat. Die beiden sind auf dem Rückweg von der Algarve und segeln ihre Irma in den nächsten Monaten in den Norden. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden wir uns von Avilés und Spanien – Morgen geht´s los Richtung Heimat 🙂 .

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1.487 sm später …

… wartet unsere Ruby Tuesday in Nordspanien auf das nächste Frühjahr, um dann mit uns weiter Richtung Süden zu segeln.

Urk – Avilés

Bretagne

Als wir mit dem Langzeit-Segeln vor 7 Jahren begonnen haben, war ganz klar, wir segeln von Ost nach West und dann vielleicht nach Süden. St. Petersburg, Haparanda, Nordkapp, Island, Schottland und Irland waren die logische Reihenfolge unserer Törns und liegen in unserem Kielwasser. Also müsste jetzt eigentlich der Süden folgen 😉 .

In den ersten beiden Jahren in der Ostsee hatten wir durchaus sehr warmes Wetter, aber in den letzten Jahren waren es doch eher Eisbärentörns, wenn auch mit viel Sonne 🙂 . So richtig konnten wir uns bei der Törnplanung für dieses Jahr aber dann doch nicht vorstellen, nicht im Norden zu segeln, sondern doch mal den Bug nach Süden zu richten.

Skeptisch waren wir, ob es nicht zu heiß und vor allem viel zu voll ist. Ein richtiges Ziel hatten wir nicht, als wir Mitte Mai gestartet sind – wir haben alles offen gelassen – frei nach dem Motto, wenn es uns im Süden nicht gefällt, drehen wir um und segeln nach Wales – das kennen wir nämlich auch noch nicht 😉 . Wie gut, dass wir uns nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten doch in Frankreich und Spanien sehr wohl gefühlt haben, denn im Norden war in diesem Jahre meistens Schiet-Wetter 🙁 .

In den vergangenen Jahren sind wir nie mit irgendwelchen Erwartungen zu unseren Törns gestartet und waren immer wieder positiv von den Ländern und vor allem vom guten Wetter überrascht. In diesem Jahr war das etwas anders – wir sind einfach davon ausgegangen, dass es sonnig und warm ist, wenn wir nach Süden segeln. Das war zumindest bis Mitte Juni nicht ganz so – wir hatten ziemlich durchwachsenes Wetter mit einigen trüben Tagen 🙁 . Warm wurde es auch nur langsam – allerdings konnten wir von Beginn unseres Törns an in Jeans und Fleece-Shirt segeln – die dicke Segelgarderobe, Mütze und Schal haben wir nicht gebraucht – ein ganz neues Feeling 🙂 . Ab Juli wurde es zunehmend wärmer, so dass wir erst auf unserer Rückfahrt nach Deutschland wieder eine lange Jeans und feste Schuhe angezogen haben – an Segeln in T-Shirt, Shorts und barfuß kann man sich glatt gewöhnen 😉 . Trotz der paar Regentage in der Bretagne und auch in Spanien, hatten wir einen tollen, sonnigen Segelsommer – den Regen und das schlechte Wetter haben wir zum Glück hinter uns gelassen 🙂 . Selbst die Spanier meinten, für Nordspanien sei der Sommer trocken und sonnig gewesen. Normalerweise regnet es in Nordspanien ziemlich viel. Die Temperaturen waren für uns Eisbären gut auszuhalten – war es mal zu warm oder heiß, konnten wir uns immer gut am Ankerplatz im Atlantik abkühlen 🙂 .

Sehr gewöhnungsbedürftig waren für uns die Ankerbedingungen – kannten wir von unseren bisherigen Törns nur schöne, kuschelige und geschützte Buchten 🙂 , mussten wir uns in der Bretagne beim Ankern mit dem Atlantik-Schwell anfreunden 🙁 . Richtige Ankerbuchten gibt’s nicht – aber viele schöne Ankerplätze mit Landabdeckung. Noch schwieriger ist die Ankersituation in Nordspanien 🙁 . Selbst bei Windstille schwappt die Atlantikdünung in die Buchten. Ruhig gelegen haben wir nur in der Ria de la Santoña – an den anderen Ankerplätzen vor den Fischerhäfen haben wir die Bewegung des Schiffes in Kauf genommen 😉 .

Die Nordbretagne ist landschaftlich eher rauh mit schroffen Felsen, die Südbretagne hat überwiegend eine sanfte, geschwungene Küstenlinie mit vielen Sandstränden und reichlich größeren Marinas, die wir aber bis auf wenige Ausnahmen nicht angelaufen sind. Wirklich beeindruckend, so wie die Berge in Norwegen oder Island, ist das sicherlich nicht 🙁 . Unglaublich üppig und schön ist aber die Blumenpracht der Bretagne. Sie hat uns immer wieder in Erstaunen und Begeisterung versetzt. Hortensien und Stockrosen in Kombination mit den typischen bretonischen Häusern war dann auf andere Weise doch sehr schön anzusehen 🙂 . Bergiger wurde die Küste erst ab der französisch-spanischen Grenze, als wir die Ausläufer der Pyrenäen im Hinterland sehen konnten – das war wieder mehr nach unserem Geschmack 😉 . Und so bergig ist die nordspanische Küste im Baskenland, in Kantabrien und Asturien auch geblieben – ein schönes Panorama. Wirklich richtig toll waren die Picos de Europa – nicht nur vom Wasser aus anzusehen, sondern auch zum Wandern 🙂 .

Der zweite Teil unseres Törns verlief unter dem Motto Sail and Drive – nach unserer Enkelkinderpause bis Anfang Juli sind wir mit unserem Auto nach Frankreich zurück gefahren. Abwechselnd sind wir mal zuerst mit unserer Ruby Tuesday vorgesegelt und haben dann Tage später unser Auto nachgeholt oder sind mit dem Auto vorgefahren, um dann später dorthin zu segeln. Immer haben wir das Nachholen des Autos mit schönen Landtouren verbunden. So haben wir sehr viel mehr von Frankreich und Spanien gesehen und kennengelernt, als wenn wir uns mal einen Leihwagen genommen hätten 🙂 . Das hat aber auch nur funktioniert, weil wir keine Seemeilen absegeln mussten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. 1.487 Seemeilen sind so wenig, wie wir bisher auf keinem der Törns in den letzten sechs Jahren gesegelt sind. Im Vordergrund stand in diesem Jahr eher, mal zu schauen, wie weit wir kommen und dann im nächsten Jahr ähnlich gemütlich weiterzusegeln. Nicht zurück zum Heimathafen segeln zu wollen oder zu müssen, entspannt so eine Törn doch ganz erheblich. Sail and Drive könnten wir uns auch für den nächsten Segelsommer gut vorstellen, denn da werden wir vermutlich noch weniger Seemeilen hinter uns lassen 🙂 .

Mit Auto, Zug und Bus durch Frankreich und Spanien

In Avilés haben wir für unsere Ruby Tuesday eine kleine Marina tief in einem Fjord gefunden. Atlantikschwell kommt dort nicht mehr rein, Sturm oder starken Wind soll es in Avilés nur an ein paar Tagen im Winter geben. Der Hafenmeister ist sehr engagiert, wird regelmäßig kontrollieren, ob unsere Ruby Tuesday noch gut vertäut ist und wird uns immer wieder mit Fotos versorgen. Die ersten beiden Bilder haben wir schon bekommen 😉 .

Im nächsten Jahr geht es dann an der Nordspanischen Küste weiter Richtung Galicien – dort freuen wir uns schon sehr auf die schönen Rias und dann weiter Richtung Portugal. Wie weit – das überlassen wir Wind, Wetter und den vielen geplanten Landtouren 🙂 .

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Llastres – Avilés

Donnerstag, den 12.09.2019
E 2-5 Bft – 42sm – 8h 44 min – Ø 4,8kn – gesamt: 1.487 sm

Llastres – Avilés

Zu unserem letzten Schlag in diesem Sommertörn starten wir bei perfekten Bedingungen – Sonnenschein, blauer Himmel, warm und Wind aus Ost – nicht so kräftig, wie erhofft und vorhergesagt, aber stark genug, um schön zu segeln 🙂 .

Die warme Herbstsonne taucht Llastres in fast goldenes Licht – ein schönes Abschiedsbild.

Llastres

Anfangs läßt der Wind noch auf sich warten, wir haben nur 2 Bft aus E. Zum Trockensegeln setzen wir das Großsegel und die Genua – trotzdem kommen wir nur langsam voran. Erst gegen 13:00 Uhr wird der Wind langsam etwas stärker, bis er dann ab 15:00 Uhr auch kräftig weht 😉 .

Wir holen unser gut getrocknetes Großsegel runter und segeln nur mit der Genua. Die zieht uns bei der doch wieder recht hohen Dünung prima Richtung Westen. Die Landschaft verändert sich, die hohen Berge weichen einer eher flachen Küste. Erst kurz hinter Gijón wird die Küste schroff und felsig. Am Cabo Peña sehen die Hügel wie abgeschnitten aus.

Cabo Peña

Westlich des Cabo Peña sehen wir schon das Fahrwasser nach Avilés. Wir kosten das Segeln bis zum letzten Moment aus – erst im Fahrwasser, als uns ein Fischer überholt, holen wir auch die Genua ein. Knapp drei Seemeilen motoren wir in den engen, geschützten Fjord, bis wir in der kleinen Marina in Avilés festmachen.

Fischerhafen von Avilés

Avilés-Marina

Schön ist es hier nicht – Avilés ist ein Industriehafen und eine Industriestadt mit allem, was dazugehört 🙁  – das stört uns aber nicht wirklich, denn wir sind im Winter ja nicht hier und müssen uns das Elend ansehen 😉 . Der Hafenmeister begrüßt uns, zeigt uns unseren Liegeplatz an einem langen Steg zum Überwintern und ist ausgesprochen freundlich und engagiert. Er wird sich um unsere Ruby Tuesday kümmern, wenn wir nicht da sind 🙂 .

 

In den nächsten Tagen machen wir bei gutem Wetter unsere Ruby Tuesday winterfest 🙂 und fahren dann mit unserem Auto nach Hause – 1.740 km. Mit einer Übernachtung kein Problem 🙂 .

Wie immer sind wir ein bisschen traurig, dass die schöne unbeschwerte Zeit auf unserer Ruby Tuesday schon wieder vorbei ist. Viel größer ist aber die Freude auf Familie, Freunde und auf unser „anderes Leben“ in den nächsten Monaten 🙂 .

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San Vicente de la Barquera – Llastres

Sonntag, den 07.09.2019
S-NE 1-2 Bft – 42sm – 7h 32 min – Ø 5,6kn – gesamt: 1.445 sm

San Vicente de la Barquera – Llastres

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von San Vicente de la Barquera – hier hat es uns gut gefallen und als Ausgangspunkt für unsere Ausflüge und Wanderungen in die Picos de Europa war San Vicente de la Barquera einfach optimal 🙂 .

San Vicente de la Barquera mit den Picos do Europa – schön war’s hier 🙂

Kurz nach Niedrigwasser lösen wir uns von dem Mooring-Trot und verlassen die schöne Bucht. Bis kurz vor der Ausfahrt haben wir kaum Schwell, doch dann sehen wir, dass uns zwischen den Wellenbrechern ziemlich hohe Wellen entgegenkommen. Mit ein bisschen mehr Gas kommen wir auch da gut durch – ist aber trotzdem schon ein komisches Gefühl 🙁 .

Leider haben wir heute fast gar keinen Wind, segeln können wir nicht 🙁 . Unter Motor fahren wir Seemeile um Seemeile Richtung Westen und haben dabei mindestens 2 Meter Dünung – ein ganz schönes Geschaukel. Uns entschädigt für diese Motorfahrt das tolle Wetter und das grandiose Panorama der asturischen Berge :-).

Eigentlich wollen wir für eine Nacht den kleinen Fischerhafen Ribadesella anlaufen, ahnen aber schon unterwegs, dass das wegen der hohen Dünung schwierig werden könnte. Die Einfahrt ist nur ca. 30 Meter breit und bei Niedrigwasser auch nur 2 Meter tief. Links sind Felsen, rechts ist flaches Wasser und Strand.

Ribadesella

Zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Hochwasser sollte das Einlaufen möglich sein, es sei denn, der Schwell bzw. die Dünung ist mehr als 2 Meter hoch. Wir sind zur passenden Zeit in der Bucht von Ribadesella, richtig einsehen können wir das Fahrwasser aus der Bucht aber nicht. Wir fahren bis zur ersten roten Fahrwassertonne, bevor es dann um die Ecke geht.

Zwischen Mole und Strand musss irgendwo das Fahrwasser sein – sieht eigentlich ganz harmlos aus 😉

Uns sind die einlaufenden Wellen, die genau auf das Fahrwasser zu laufen, zu hoch – wir surfen mit den Wellen Richtung Fahrwasser. Das ist uns alles unheimlich – solange es noch geht, drehen wir ab und suchen das Weite.

Statt nach Ribadesella fahren wir jetzt noch mal 8 sm weiter nach Llastres – dort wollten wir eigentlich erst morgen hin. Schon von weitem strahlen uns die roten Dächer des Dorfes entgegen – Llastres zieht sich vom Wasser einen Hügel hinauf.

Llastres

Zu Lastres gehört ein aktiver Fischerhafen, geschützt durch eine ca. 12 Meter hohe Hafenmauer – hier muss es bei Nordwest-Sturm ganz schön heftig werden. Für Transit-Yachten gibt es zwei kleine Schwimmstege – ohne Wasser und ohne Strom. Beides hätten wir nach fast zwei Wochen Ankern oder an der Mooring gerne mal wieder aufgefüllt 😉 . Deshalb wollten wir ja auch Ribadesella anlaufen – aber was nicht ist, ist eben nicht. Wir machen an dem kleinen Schwimmsteg fest – um Wasser werden wir uns Morgen kümmern, die Batterien sind durch das viele Motoren sowieso wieder voll.

Llastres in der Abenddämmerung

Blick auf den Hafen

In Llastres ist heute Dorffest – wir schlendern durch das historische Zentrum von Llastres und sind überrascht, wie ursprünglich und idyllisch es hier ist. Zwischen den Häusern verlaufen steile und verwinkelte Treppen, es gibt nur schmale kopfsteingepflasterte Straßen, aber keine Autos. Eng schmiegen sich die Häuser an den steilen Hang, der zum Hafen runter führt. Auf dem Dorfplatz unterhalb des Glockenturms wird getanzt, gegessen und getrunken – eine tolle Stimmung und durch die Beleuchtung eine sehr schöne Atmosphäre.

Auch bei Tageslicht gefällt uns Llastres, zumindest der alte Ortskern, sehr gut. Wieder laufen wir treppauf und treppab. Ganz interessant ist hier die Kombination aus alten Fischerhäusern und kleinen Palästen und Herrenhäusern – die Häuser des Dorfes wirken wie ineinander verschachtelt. Kreuz und quer verlaufen die Gassen über den Hügel – da wir fast immer einen Blick auf den Hafen haben, verlaufen wir uns nicht 😉 .

 

In Llastres bleiben wir ein paar Tage, bevor es dann zum Endspurt nach Avilés geht. Am Dienstag stürmt und schüttet es den ganzen Tag, am Mittwoch ist wieder mal kein Wind, aber am Donnerstag und Freitag soll es kräftig aus Ost wehen – das passt 🙂 .

Fischerhafen hinter hohen Hafenmolen

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Wandern in den Picos de Europa – ein Highlight am Ende unseres Segeltörns

Donnerstag, den 05.09.2019

Heute Morgen werden wir vom Regen geweckt 🙁 . Kein guter Start in den Tag, denn wir wollen eigentlich heute nach Fuente Dé in die Picos de Europa fahren und dort in dieser traumhaften Landschaft wandern. Der Nationalpark Picos de Europa liegt zum Teil in Kalabrien, zum Teil in Asturien, die höchsten Gipfel ragen über 2.600 Meter auf. Das Gestein ist schroff, grau, gelb und erinnert an die Dolomiten. Steinadler soll es hier geben und Gänsegeier – ich hoffe, wir sehen ein paar oder wenigstens einen 😉 .

Die Sonne kämpft sich durch, ein paar Wolken bleiben – wir fahren los und warten ab, wie sich das Wetter entwickelt.

Auf dem Weg zu den Picos de Europa

Spanisches Landhaus

Durch die Hermida-Schlucht, einer engen Schlucht in der die Felswände bis an die Straße reichen, fahren wir Richtung Fuente Dé in den Picos de Europa. In der steilen Schlucht ist nur Platz für den Río Deva und die kleine, schmale Straße.

Hermida Schlucht

In der Hermida-Schlucht

Es wirkt, als wenn die Straße dem Berg abgerungen wäre, so eng ist es hier. Himmel sehen wir kaum – dafür unglaublich beeindruckende Felsen mit Vorsprüngen, Zacken, Zinnen und Höhlen. Oft kann man nicht erkennen, wie die Straßenführung weiter gehen wird. Vor uns, neben uns und hinter uns sind nur noch Berge zu sehen 🙂  und es scheint kein Durchkommen zu geben.

Irgendwie geht es immer weiter

Adler oder Gänsegeier?

Steinschlag scheint hier regelmäßig von den steilen Felswänden zu kommen – zum Schutz der Autos sind an vielen Stellen Fangnetze gespannt, in denen auch kleinere oder größere Felsbrocken liegen. Richtige Dörfer gibt es hier nicht – dafür ist die Schlucht zu eng. An einer Stelle sind drei Häuser direkt an die Straße gebaut, bei Hermida öffnet sich die Schlucht ein bisschen, so dass hier ein winziges Dorf an die Felsen gedrückt ist. Wir sind so begeistert – das kann eigentlich nicht mehr zu toppen sein 😉 .

Nach den 20 Kilometern durch die Hermida-Schlucht weitet sich das Tal wieder ein bisschen, die Straße ist von Walnussbäumen gesäumt, die Landschaft wird wieder grüner . Getoppt wird die Hermida-Schlucht dann doch noch 🙂 .

Als wir in Fuente Dé ankommen, gucken wir auf eine steile, 800 Meter hohe Felswand. Und auf die Spitze der Felswand fährt eine Seilbahn 🙂 .

Seilbahn Fuente Dé

Peter streikt, ich fahre alleine hoch und starte dort zu einer 4-stündigen Wanderung zurück zur Talstation. Leider schwappen immer wieder Wolken über die Bergkanten, so dass ich das volle Panorama nicht sehen, sondern nur erahnen kann. Die Wanderung beginnt im Hochgebirge – Geröll, Felsen, Steine und hohe schroffe Bergspitzen rundum.

Langsam und gemäßigt geht es bergab und ebenso langsam wird es zwischen den Felsen grüner. Kühe und Pferde laufen neben dem Wanderweg, kommen mir aber zum Glück nicht zu nahe. Je tiefer ich komme, um so grüner wird es und die Geröllfelder und schroffen Berge weichen zurück.

Etwas bedauerlich finde ich, dass der Weg, ein Schotterweg, so breit ist, dass er von Autos genutzt werden kann – mir kommen tatsächlich zwei 4WD-Fahrzeuge entgegen 🙁 . Nach der Hälfte der Wanderung ändert sich der Weg und auch das Landschaftsbild – ich bin jetzt wieder unterhalb der Baumgrenze.

Steil steige ich einen sehr schmalen Zick-Zack-Pfad hinab, bevor es dann über einen richtig weichen Waldweg durch dichten Wald weitergeht. Und hier sehen ich dann tatsächlich einen Adler – er kreist lange Zeit vor den Felsen 🙂 .

Das Wetter hält sich gut, die Wolken bleiben, aber die Sonne schaut immer mal durch die Wolken. Erst als ich wieder bei Peter am Auto bin, beginnt es zu nieseln – gutes Timing 😉 .

Wanderung Puertos de Áliva

 

Freitag, den 06.09.2019

Sonnenschein, blauer Himmel und warm – das Wetter meint es gut mit uns 🙂 . Heute wollen wir zum Río Cares und ich möchte dort die Ruta del Cares wandern.  Auf dem Weg dorthin begeistert uns schon im immer enger werdenden Tal des Río Cares die atemberaubende Bergszenerie.

Wir sehen Stromschnellen, an stilleren Stellen smaragdgrün glänzendes Wasser und riesige, senkrecht abfallende Felswände.

Dennoch ist die Schlucht am Río Cares viel breiter, als die Hermida-Schlucht. Auch hier stehen am Straßenrand Walnussbäume , wir fahren durch mehrere Dörfer mit den schönen, typischen spanischen Landhäusern. Grüner ist es hier, die Felswände sind bewachsen.

Und ganz herbstlich: Es steigt Nebel aus der Schlucht auf. Wir erleben gerade wieder einen tollen Herbstmorgen im warmen Sonnenlicht – in den Tautropfen auf den Wiesen und an den Bäumen brechen sich die Sonnenstrahlen. Auch die Bäume färben sich teilweise schon bunt. Seit Anfang September merken wir, dass der Herbst nicht mehr lange auf sich warten lässt – die Nächte sind kühl und sehr feucht, auch morgens und abends ist es nicht mehr so warm, wie noch vor zwei Wochen.

Dann verengt sich die Schlucht wieder, flaches, sanft hügeliges Voralpenland wird zum Hochgebirge 😉 . Kurz vor unserem Ziel fahren wir durch eine Schluchtenlandschaft, über der sich majestätisch-bedrohliche Felsen und spektakuläre Felsflanken erheben. Grandios 🙂 .

Am Ortsrand von Poncebos beginnt die Wanderung „Ruta del Cares“- 12 km durch die Schlucht des Río Cares nach Cain – und wieder zurück nach Poncebos 😉 . Nur im Sommer fahren Busse in einer großen Inlandsschleife durch die Picos de Europa zurück nach Poncebos. Der Wanderweg ist schmal, an manchen Stellen nicht mehr als 2 Meter breit und fällt senkrecht bis zu 100 Meter in die Schlucht ab. Wandern in einem traumhaften Panorama – leider nicht allein 😉 . Laut Reiseführer ist die Ruta del Cares eine der atemberaubendsten Routen in den Picos de Europa – hier möchte nicht nur ich heute wandern 😉 .

Ruta del Cares

Auf schmalem, steinigen Pfad geht es erst mal aufwärts. Vom Río Cares ist nicht viel zu sehen – tief unten in der Schlucht liegt noch alles im Schatten – aber das Rauschen des Flusses steigt aus den Tiefen herauf und  begleitet mich während der ganzen Wanderung. Die Berg- und Tal-Szenerie ist einfach grandios 🙂 . Mal verbreitert sich der Weg, mal wird er recht schmal. Immer wieder öffnen sich atemberaubende Ausblicke in die lange Schlucht.

Ein ziemlich schmaler Wanderweg und links geht’s senkrecht bergab

Am Aussichtspunkt Los Callaos ist die höchste Stelle mit ca. 540 Metern erreicht – jetzt geht es erst mal wieder ein ganzes Stück recht steil bergab, bis der Wanderweg dann über Kilometer fast eben parallel zum Canal de la Cía verläuft.  Dieser Kanal wurde 1916-1921 weit oberhalb des Flusses in den Fels geschlagen, um die Elektrizitätswerke in Poncebos und Arenas de Cabrales mit Wasser zu versorgen. 1946 wurde ein Wartungsweg für den Canal de la Cía angelegt  – darauf verläuft jetzt die Ruta del Cares. Ähnlich wie bei den Levada-Wanderwegen auf Madeira verläuft auch hier der Wanderweg mit geringem Gefälle bzw. mit geringer Steigung 🙂 .

Lange Strecken geht es direkt an der Abruchkante zur Schlucht entlang – ohne Absperrung. Spannend wird es immer dann, wenn Wanderer entgegen kommen, und sich alle an die Felsseite drängen 😉 . Oft verläuft der Weg unter überhängenden Felsen – man kann noch gut erkennen, dass der Weg förmlich aus den Felsen gesprengt wurde.

Die vielen Wanderer verteilen sich  dann doch auf dem Weg – streckenweise bin ich alleine und die anderen Wanderer sind nur noch als Pünktchen in der Ferne zu erkennen. An mehreren Stellen sind Tunnel in den Fels gesprengt und ganz am Ende des Weges führt der Weg noch über drei Brücken – unten in der Schlucht gurgelt und rauscht der Río Cares, rechts und links ragen die steilen Felswände bis in den Himmel – ein phantastisches Bild 🙂 .

 

In Cain mache ich dann erst mal gemütlich Mittagspause – mit schönem Blick auf weite grüne Täler – das sieht mindestens ebenso schön aus, wie die kargen, schroffen Felswände in der Schlucht.

Tja und dann geht’s wieder zurück – den Rückweg würde ich mir auch nicht nehmen lassen, selbst wenn ein Bus fahren würde. Jetzt scheint die Sonne in die Schlucht und die Landschaft sieht wieder ganz anders aus 🙂 .

Fast wieder am Parkplatz 🙂

Wanderung Ruta del Cares

Samstag, den 07.09.2019

Auch heute haben wir wieder schönes Wanderwetter – Sonnenschein, aber nicht zu warm, um sich zu bewegen 😉 . Wir wollen zu den Gletscherseen in Covadonga und dort dann auf der Ruta de los Lagos die beiden Seen Enol und Ercina umwandern. Nach der gestrigen Tour sind die 5 Kilometer Wanderweg mit einem Höhenunterschied von 100 Metern eigentlich ein Kinderspiel – zu denken gibt uns nur die veranschlagte Zeit von 2,5 Stunden 😉 .

Schon die Fahrt zu den Picos de Europa ist heute ganz anders, als gestern und vorgestern. Wir fahren durch weite grüne Täler mit Kühen auf den Wiesen. Die Berge sind nicht schroff, sondern grün und eher sanft geschwungen. Vieles erinnert wieder mal an das Voralpenland. Immer wieder sehen wir einzelne typische spanische Landhäuser an den Hängen. Auffällig sind auf dem Weg nach Covadongas Schuppen, die wie auf Stelzen stehen – mal sehen wir sie in ziemlich runtergekommenem Zustand, dann wieder super gut gepflegt. Offensichtlich sind es alte Lagerhäuser, zum Schutz vor Ratten und Mäusen ist jede Stelze mit einer quadratischen Platte unterhalb des Bodens versehen.

Bis Covadonga können wir mit unserem Auto fahren, für die letzten 12 Kilometer zu den Gletscherseen müssen wir in einen Bus umsteigen. Aus Umweltschutzgründen ist die kleine, schmale Straße zu den Seen im Sommer und an bestimmten anderen Tagen für den privaten Verkehr gesperrt. Wir wundern uns allerdings, wie viele Autos mit Sondergenehmigung dann doch zu den Seen hochfahren bzw. schon dort oben sind.

Die Fahrt ist gemütlich – immer wieder muss der Bus stehenbleiben, weil eine Schafherde die Straße blockiert. Geduldig wartet der Busfahrer, bis die Schafe die Straße freigemacht haben, hält dann noch ein Quätschchen mit dem Schäfer und dann geht’s wieder ein Stück weiter – bis zur nächsten Schafherde 😉 . Zwischendurch blockiert auch mal ein Kälbchen die Straße. In vielen Kurven windet sich die Straße den Berg hoch – wir fahren durch eine liebliche Landschaft wie im Voralpenland mit dem Hochgebirge im Hintergrund.

Tief im Tal unter uns

Am Parkplatz treffen wir auf viele andere Wanderer, die Menge verläuft sich jedoch schon kurz hinter den Minen von Buferrera. Viele Besucher wollen nur einen Blick auf die Seen werfen, andere laufen über den kurzen Weg zwischen den Seen. Mit nur einem anderen Paar wandern wir dann auf der Ruta de los Lagos – und auch die beiden verlieren wir bald aus den Augen.

Minen von Buferrera

Die Landschaft rund um die Gletscherseen erinnert uns sehr an Oberstdorf – wir könnten auch am Freibergsee sein 😉 . Auf einem schmalen Weg laufen wir am See entlang, dann geht’s steil bergauf und wir sind in den „richtigen Bergen“.

Enol-Gletschersee

Über viele Felsen wandern wir auf schmalen Wegen weiter – schnell kommen wir nicht voran. Jetzt wissen wir auch, warum für den recht kurzen Weg 2,5 Stunden Wanderzeit angegeben sind 😉 .

Viele Kühe sind in den Bergen unterwegs – von allen Seiten hören wir das Läuten ihrer Glocken. Kurz vor dem Ziel versperren uns zwei Kälbchen den Weg – ich weiß nicht, wem die Situation unheimlicher war 😉  .

Ercina-Gletschersee

Mit dem Bus fahren wir wieder zurück in’s Tal – diesmal versperren uns Ziegen den Weg 😉 .

Unser Auto bringen wir noch bis nach Gijón, bis nach Avilés hat die Zeit nicht mehr gereicht – wir haben diesmal rechtzeitig einen ALSA-Fernbus von Gijón nach San Vicente de la Baquera gebucht 😉 . Den hätten wir wohl verpasst, wenn wir noch bis Avilés gefahren wären, das eigentlich nur 19 Kilometer weiter ist.

Die Wanderungen in den Picos de Europa waren alle ein tolles Erlebnis – so unterschiedlich sie auch waren. Ein schönes Wandergebiet, das Lust auf noch mehr Wanderungen macht 🙂 – vielleicht ein anderes mal!

Wanderung Ruta de los Lagos

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Zum Tal des Río Pas und zum Ebro-Stausee

Mittwoch, den 04.09.2019

Bevor wir in die Picos de Europa zum Wandern aufbrechen können, müssen wir erst mal unser Auto aus Bilbao holen. Das steht dort hoffentlich immer noch – inzwischen an der Marina in Santurtzi. Als wir mit unserer Ruby Tuesday in Bilbao waren, haben wir unser Auto zur Marina geholt. Dort steht es besser, als in dem Vorort Zorrotza 😉 . Um 08:00 Uhr sind wir schon an der Haltestelle der Überlandbusse, um dort zu erfahren, dass der Bus nach Bilbao ausgebucht ist. Nur bis Santander können wir mitfahren. Mmh, das ist nicht das, was wir wollen, aber über die Alsa-App finden wir eine Busverbindung von Santander nach Bilbao und können die Tickets auch direkt hier am Ticketshop kaufen. So kommen wir ungeplant dann doch noch nach Santander – wir haben knapp 1,5 Stunden Aufenthalt, bis unser Bus nach Bilbao losfährt. Wir nutzen die Zeit und schlendern ein bisschen durch Santander – das ist wirklich eine schöne Stadt mit gepflegten Häusern und sauberen Straßen und Parks.

In Bilbao fühlen wir uns schon wie zu Hause 😉 . Schnell sind wir an der Metro, die uns nach Santurtzi bringt – unser Auto steht noch da, wo wir es abgestellt haben 🙂 .

Die Rückfahrt nach San Vicente de la Barquera verbinden wir mit einem Ausflug in die kantabrischen Berge – durch das grüne Tal des Río Pas fahren wir zum Ebro-Stausee. Auffallend in dem Tal sind die grobsteinigen Landhäuser – auch hier, wie überall, viele schöne gepflegte Häuser, aber auch viele Häuser, die ein bisschen Zuwendung bräuchten.

Im Tal des Río Pas

Die Landschaft ist schön und abwechslungsreich, aber lange nicht so beeindruckend, wie die Pyrenäen, durch die wir vor einigen Wochen gefahren sind. Es geht ziemlich hoch auf einen Pass – am Straßenrand stehen in kurzen Abständen lange Markierungsstangen. Hier scheint es im Winter wohl ziemlich viel zu schneien – die Passstraße könnte auch in Österreich oder Italien sein 😉 . Schön ist der Blick von der Passstraße auf den Ebro-Stausee – leider können wir nicht zum Staunen und auch nicht zum Fotografieren anhalten. Später haben wir dann doch noch ein paar Möglichkeiten, stehen zu bleiben. Der Ebro-Stausee ist 62.000 Hektar groß, schimmert türkis-grün in der Sonne und bietet einige Wassersport-Möglichkeiten. Heute ist es ziemlich windig – die Kiter sind am Start 🙂 .

Ebro-Stausee

Durch die Berge fahren wir zurück nach San Vicente de la Barquera – ein netter Ausflug, den wir aber nicht unbedingt noch mal wiederholen müssten 😉 .

Mit dem Auto in’s Tal des Río Pas und zum Ebro-Stausee

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Ria de la Santoña – San Vicente de la Baquera

Montag, den 02.09.2019
SW-NE 2-5 Bft – 56sm – 11h 42 min – Ø 4,8kn – gesamt: 1.403 sm

Ria de la Santoña – San Vicente de la Baquera

So schön wie es in der Ria de la Santoña ist – irgendwie müssen wir doch mal wieder ein Stückchen weiter segeln. Die Vorhersage für heute ist vielversprechend – Sonnenschein, warm, Wind erst von fast vorne, dann von fast hinten 😉 .

Früh sind wir unterwegs – noch am Ankerplatz können wir den Sonnenaufgang verfolgen und genießen, dann holen wir den Anker hoch und los geht’s – 55 sm nach San Vicente de la Barquera.

Sonnenaufgang in der Ria de la Santoña

Immer wieder schön

Auf dem Weg könnten wir noch Santander anlaufen, wenn wir nicht richtig voran kommen, geplant ist das aber nicht. Santander ist mit knapp 200.000 Einwohnern wohl eher eine Großstadt, wenn auch eine sehr schöne – davon haben wir ja auch schon einige gesehen – uns steht mehr der Sinn nach ursprünglicheren Fischerdörfern 🙂 . Ob wir das in San Vicente de la Barquera finden, werden wir dann sehen 😉 . San Vicente de la Barquera ist auch deshalb unser nächstes Ziel, weil dies ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in die kantrabischen Picos de Europa ist – dort möchten wir oder vielleicht doch auch eher ich noch zum Ende unseres Törns ein bisschen Bergluft schnuppern 😉 .

Aber erst mal müssen wir dort hin. Mit 5-8kn Wind aus NW können wir hoch am Wind segeln, nicht schnell, aber mit knapp 5kn sind wir unterwegs. Wir segeln nah an den Felsen mit den Höhlen und dem Leuchtturm Faro de la Caballo vorbei – auch von Seeseite ein imposantes Bild 🙂 .

Santander passieren wir am frühen Mittag in einigen Seemeilen Entfernung – der Wind drückt uns ziemlich von der Küste Weg. Wir können unseren Kurs nach San Vicente de la Barquera nicht mehr anlegen. Aber egal, der Wind soll am Nachmittag ja auf NE drehen, dann können wir die verlorene Höhe wieder gut machen. So segeln wir gemütlich, mal wieder mit eher zu wenig, als zu viel Wind Richtung Westen. Die Landschaft verändert sich, die schroffen hohen Berge bleiben hinter uns, dafür wird es sanft hügelig, richtig satt- grüne Wiesen und hin und wieder ein einzelnes Gehöft oder kleine Dörfer. Kühe sind natürlich auch auf den Wiesen, um das fast schon kitschig-schöne Bild zu vervollständigen 😉 .

Unterwegs

Wir sind inzwischen so weit von unserem Kurs abgekommen, dass wir doch mal wenden und auf Santander zulaufen. Kurz bevor wir doch noch auf die Idee kommen, Santander anzulaufen, wenden wir wieder und warten immer noch auf die Winddrehung auf NE 😉 . Die lässt auf sich warten, erst gegen 16:00 Uhr dreht der Wind und nimmt langsam, gaaanz langsam etwas zu. Für einen Geschwindigkeitsrausch reicht das immer noch nicht, aber wir kommen voran 😉 . Erst als uns die Zeit zu knapp wird – wir haben Bedenken, erst in der Dämmerung in  San Vicente de la Barquera anzukommen, nehmen wir die Segel weg und motoren die letzten 8 Seemeilen 🙁 . Fast zeitgleich nimmt der Wind auch zu, kommt aber platt von hinten. Wir beißen die Zähne zusammen und motoren weiter, denn jetzt noch vor dem Wind zu kreuzen, wird uns zu spät. An den Hafenmolen zur langen Einfahrt nach San Vicente de la Barquera brechen sich die Wellen und Gischt spritzt über die Hafenmole. Wir haben fast Hochwasser, so dass die Barre vor der Einfahrt gut überspült und das Wasser tief genug ist. Problemlos laufen wir auf San Vicente de la Barquera zu, das ganz hinten am Ende der großen Bucht liegt.

Fast geschafft

Ganz schön krumm

Die Bucht ist wohl groß, aber ausgesprochen flach – Platz zum Ankern gibt es hier für uns nicht. Der einzige Ankerplatz ist von Moorings für kleine Boote belegt, da können wir uns auch nicht mehr an den Rand legen, denn dann liegen wir entweder bei Niedrigwasser auf dem Trockenen oder im Fahrwasser der Fischerflotte – wollen wir beides nicht ;-).

Das Wasser reicht einfach nicht 😉

Da wir Springtide haben, können wir auch nicht in dem kleinen Pool vor dem Sandstrand mit ca. 2 Metern Wassertiefe ankern – das Niedrigwasser ist -0,43 Meter. So extreme Wasserstände kommen im Frühjahr und im Herbst vor.

San Vicente de la Barquera

Es gibt eine kleine Marina für Anglerboote, die voll ist. Vor der Marina und vor der schönen Bogenbrücke liegen drei lange Mooring-Trots für jeweils zwei Segelboote – alles ist frei und wir können uns eine Mooring aussuchen. Ein bisschen tricky ist das Manöver dann schon – 10kn Wind und 2,5kn Strom von hinten und eine – wenn auch schöne – Bogenbrücke vor uns – lassen den Adrenalinspiegel steigen. Ich steuere schräg von vorne die gelbe feste Mooringtonne an, Peter hängt den Pikhaken mit der Festmacherleine ein und wir schwingen langsam parallel zu der langen Mooringleine mit den vielen Fendern, bis wir im Pikhaken hängen. Dann müssen wir nur noch die anderen Festmacher von der Mooringleine aufnehmen und wir können aufatmen. Geschafft – sah von weitem bestimmt so aus, als wenn wir nie etwas anderes machen 😉 .

Unser Liegeplatz für die nächsten 6 Tage

San Vicente de la Baquera

Einfahrt in die Bucht und Puenta de la Baquera

So ganz optimal ist der Liegeplatz nicht – die Leute, die über die Brücke gehen, schauen uns in’s Cockpit – ist ein bisschen so, wie im Mittelmeer 😉 . Außerdem fahren auch Autos über die Brücke, das ist nicht immer ganz so leise. Toll ist der Ausblick auf den Altstadthügel mit der Kirche und der alten Burg hinter uns und auf die Bucht vor und neben uns.

Altstadthügel mit Kirche Santa Maria de los Angeles

San Vicente de la Barquera

San Vicente de la Barquera und die Picos de Europa im Hintergrund

Ganz spannend wird es, als der Strom kentert und das Wasser wieder abläuft. Es beginnt zu gurgeln und zu rauschen, als wenn jemand eine Schleuse geöffnet hätte. Wir liegen nicht mehr gerade mit dem Mooring-Trot, sondern die Strömung schiebt uns um 45° zur Seite – alles ein bisschen gewöhnungsbedürftig und gut, dass wir hier ganz alleine sind. Die nächste Mooringreihe ist weit genug entfernt.

Marina für die Anglerboote

Altstadthügel bei Nacht

Kirche Santa Maria de los Angeles

Dienstag, den 03.09.2019

San Vicente de la Barquera ist ein quirliges Fischerdorf mit einigen Touristen und vielen Jakobs-Pilgern. Der Küstenjakobsweg führt durch San Vicente de la Barquera. Immer wieder sehen wir die Pilger über die Puente de la Baquera wandern. Die Landschaft ist faszinierend – bei Niedrigwasser fällt fast die komplette Bucht trocken, nur wenige Rinnsale bleiben übrig. Nur das Fahrwasser bis zur kleinen Marina ist noch tief genug. Und wir schwimmen zum Glück auch noch 😉 .

Einfahrt zur Bucht von San Vicente de la Barquera

Niedrigwasser in San Vicente de la Baquera

Rund um sehen wir grüne Hügel und Täler, Bauernhöfe, fruchtbares Weideland und im Hintergrund die Picos de Europa – unglaublich schön und wir mittendrin 🙂 . Wir können uns auf unserem Rundgang durch den Ort, über den Altstadthügel und bis raus zu den Wellenbrechern an dieser schönen Landschaft gar nicht sattsehen.

Auf dem Altstadthügel:

Blühender Kaktusbaum

Wer war zuerst da?

 

Wellenbrecher und Badestrand – kein Wind, aber viel Dünung

In der Bucht neben der Hafeneinfahrt

Abends machen Dörte und Jens mit der SY Tendrel-Aurelie an dem Mooring-Trot neben uns fest – wie schön, die beiden noch mal wieder zu sehen 🙂 . Wir verbringen den Abend gemeinsam im Ort und später auf den beiden Booten – jeder auf dem eigenen und trotzdem zusammen 😉 . Durch die starke Strömung beim ablaufenden Wasser schwingen die Boote immer wieder aufeinander zu – so nah, dass wir trockenen Fußes von der SY Tendrel-Aurelie auf unsere Ruby Tuesday übersteigen können. Wir hängen Fender aus, nutzen die Dinghis auch als Puffer, stabilisieren alles noch mit Leinen und drücken die Boote auseinander, wenn sie sich zu nahe kommen. Mit nachlassender Strömung beruhigt sich die Situation und wir müssen die Nacht denn doch nicht an Deck verbringen, sondern können noch schlafen gehen 😉 .

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Ria de la Santoña

Donnerstag, 29.08.2019 – Sonntag, den 01.09.2019

Sonnenaufgang in der Ria de la Santoña

In der Ria de la Santoña verbringen wir entspannte Tage bei durchwachsenem Wetter und viele kurzweilige Stunden mit Dörte und Jens von der SY Tendrel-Aurelie. Die beiden liegen schon seit ein paar Tagen in der Ria, als wir unseren Anker ganz in der Nähe fallen lassen. Schon beim ersten Kennenlernen merken wir, dass wir auf einer Wellenlänge segeln 🙂  – wir haben uns viel zu erzählen und irgendwie vergeht die Zeit immer wie im Flug 😉 .

Santoña ist eines der ältesten Fischerdörfer Kantabriens und hat noch immer eine sehr aktive Fischerflotte. Der Ort hat sicherlich schon bessere Zeiten erlebt, dennoch ist dort viel Leben in den Straßen und an vielen Stellen können wir sehen, was für den Erhalt der kleinen Stadt getan wird.

Samstags ist Markttag, da ist nicht nur Leben in der Markthalle, sondern auch drum herum stehen Stände mit Obst, Gemüse und Gewürzen. Am Fischstand versuche ich Lachs zu kaufen, nur spricht der junge Verkäufer überhaupt kein Englisch. Mit Händen und Füßen verständigen wir uns, dass ich gerne zwei Scheiben Lachssteak hätte – der Verkäufer verssteht, zeigt die Breite des Lachssteak mit zwei Fingern an und schon habe ich zwei gut aussehende Lachssteaks in der Tasche. Dann versucht der junge Verkäufer mich zu überzeugen, dass ich unbedingt noch heimischen Fisch kaufen müsste. Eine andere Kundin unterstützt ihn, aber auch mich, denn ich möchte den Fisch gerne ausgenommen haben. Irgendwie funktioniert das alles und zum Schluss, nach viel Lachen und Spaß habe ich auch noch zwei ausgenommene Salmonette de Roca, die der junge Verkäufer selbst gefangen hat – mit seinem großen blauen Fisch-Trawler. Auch das hat er mir mit Fotos und viel Erzählen noch deutlich gemacht. Der Einkauf dauert dann doch etwas länger, als geplant 😉 .

Tourismus ist bestimmt nicht die Haupteinnahmequelle wie so vieler spanischer Badeorte, aber es gibt mehrere Musen, eine Stierkampfarena, der Küstenjakobsweg führt durch Santoña und vor allem hat Santoña rund um eine wunderschöne Landschaft – Berge, Marschland und Sandstrände 🙂 .

Ria de la Santoña

 

Fähre – nicht nur für die vielen Pilger auf dem Küstenjakobsweg

Mit unserem Dinghi machen wir einen Ausflug auf dem Treto und finden dabei unser kleines Paradies – ein goldgelber Sandstrand, menschenleer, Sand wie Samt und Bäume, die Schatten spenden mit Wurzeln, die nicht mehr im Erdreich stecken, sondern vom Wasser unterspült sind. Ein Traum – oder doch Realität 😉  – wir können gar nicht so schnell unser Dinghi immer weiter auf den Strand ziehen, wie die Flut den Sand überspült. Nach einer Stunde ist der Spaß vorbei und unser Paradies versinkt wieder im Wasser 😉 .

Unser kleines Paradies

Blendet man die Hotelbauten auf der Halbinsel von Laredo aus, gibt es auch hier einen sehr schönen Strand – sichelförmig und ziemlich tief. Hobby der spanischen Badegäste scheint es zu sein, den Strand in voller Länge hin und her zu laufen – und das sind bis Laredo bestimmt 5 Kilometer. Sieht ein bisschen nach Völkerwanderung aus, ist aber bestimmt angenehmer, im Wind zu laufen, als in der Sonne zu braten 😉 .

Am Strand von Laredo

Obwohl für Sonntag gar kein gutes Wetter vorhergesagt ist – es soll tatsächlich regnen 😉  – machen Jens von der SY Tendrel-Aurelie und ich eine schöne Wanderung zum Leuchtturm Faro del Caballo.

Aussichten unterwegs:

Liegeplatz vor Anker

Marschland

Blick auf die Ria de la Santoña

Laredo

Das Wetter hält, wir bekommen nur einen kurzen Schauer ab und die Wanderung entlang der Küste und der Rückweg quer über die Berge durch dichten Wald wäre keine große Herausforderung – wäre da nicht der Abstecher zum Leuchtturm gewesen – der hat es in sich 😉 . Fast 800 steile, feuchte und unterschiedlich hohe Stufen müssen wir zum Leuchtturm absteigen – und nachher natürlich auch wieder rauf 😉 . Absolut lohnenswert und Muskelkater garantiert 🙂 . Alleine der Weg über die steilen Treppenstufen ist schon klasse, hinter jedem Absatz haben wir einen neuen, imposanten Ausblick auf die steil abfallenden, zerklüfteten Kalksteinfelsen mit den tiefen Höhlen, in denen das Wasser dröhnt.

Hier geht’s runter …

Die letzten Stufen

Toller Blick in die Höhle

… und hier wieder rauf

Den Aufstieg zum Wanderweg meistern wir in mehreren Etappen und Pausen zum Luft holen – und befinden uns dabei in guter Gesellschaft 😉 .

Rückweg durch feuchten und urigen Wald

 

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Bilbao – Ria de la Santoña

Mittwoch, den 28.08.2019
NE-NW-NE-E 1-3 Bft – 23sm – 6h 38 min – Ø 3,5kn – gesamt: 1.347 sm

Bilbao – Ria de la Santoña

Marina Santurtzi bei Nacht – hier haben wir gut gelegen

Bevor wir die Leinen loswerfen, machen wir noch einen kurzen Rundgang durch den Stadtteil Santurtzi – hier ist kaum Tourismus, dafür sitzen die Spanier schon morgens früh in den Grünanlagen und auf den Plätzen zwischen den Häusern und Cafés. Hier ist eine richtig fröhliche Stimmung, Jung und Alt unterhalten sich , lachen und die Kinder spielen dazwischen 🙂 .

Die Kreuzfahrtschiffe verschonen auch Bilbao nicht

Das Wetter ist klasse – die Sonne scheint und es ist wieder schön warm, nur der Wind hält nicht das, was die Wettervorhersage verspricht. Aus dem Handelshafen können wir noch prima segeln, als wir auf dem offenen Wasser sind, lässt der Wind immer mehr nach 🙁 . Wir verlassen das spanische Baskenland und sind jetzt in Kantabrien. Mit viel Geduld und ziemlich langsam schleichen wir an der schönen Küste entlang. Leider ist es wie fast immer sehr diesig, so dass die Küste fast im Dunst verschwindet.

Castro Urdiales mit Leuchtturm auf der Burg – schon an der kantrabischen Küste

Auch hier brennt der Wald

Gerade, als wir die Genua geborgen und den Motor angeschmissen haben, verfangen wir uns in einer meterlangen Angelschnur – auf dem Wasser sehen wir in einem Abstand von ungefähr 20 Metern nur ca.10cm große Schwimmkörper. Verbunden sind die Schwimmkörper mit einer dicken Angelschnur, die 1 Meter unter der Wasseroberfläche treibt – was fehlt, sind Markierungsfahnen oder Bojen 🙁 . Glück im Unglück – wir schalten schnell genug in den Leerlauf, setzen die Genua wieder und halten uns segelnd von der recht nahen Küste frei. Die Angelschnur hat sich vermutlich am Kiel verfangen – wir ziehen mehrere Schwimmkörper hinter uns her, bis es uns gelingt, die Angelschnur zu zerschneiden und zum Teil an Bord zu ziehen.

Angelschnur mit Mini-Schwimmkörpern

Nach der ganzen Aufregung ist uns die Lust auf die nahe Ankerbucht vergangen – die ist sowieso sehr ungeschützt und rund um felsig – wir segeln lieber weiter bis nach Laredo.

Eigentlich wollen wir in die Bucht hinter der Landzunge

In Laredo gibt es eine neue Marina, groß, steril und mit wuchtigen Hafenmolen – die lockt nun überhaupt nicht 😉 . Ganz abschreckend ist die Skyline an dem wirklich wunderschönen, sichelförmigen, goldgelben Strand – eine Skyline, wie wir sie von der belgischen Küste kennen 😉 .

Laredo

Direkt gegenüber von Laredo liegt der Fischerort Santoña, die roten Dächer leuchten und locken schon von weitem. Und zwischen dem Ende des Strandes von Laredo, der eigentlich eine Halbinsel ist und Santoña können wir in die Ria de Santoña einlaufen.

Sandstrand von Laredo – die letzten hunderte Meter sind ohne Bebauung

Eine vollkommen andere Welt tut sich hier auf 🙂 . Drei Flussläufe treffen hier zusammen, dazwischen viel flaches Wasser und Marschland und rund herum Berge – auf der östlichen Seite schroffe, felsige Berge, auf der westlichen Seite eher sanfte grüne Hügel – wunderschön und friedlich. Auf der Rückseite der Halbinsel von Laredo ein langer Sandstrand, genauso vor der Promenade von Santoña.

Marschland Ria de la Santoña

Stehrevier für die Segelschule

Wir suchen uns eine Stelle zum Ankern, die weit genug von allen Flachs entfernt ist und stellen schnell fest, dass die Strömung hier durchaus mit 2-2,5kn durchzieht. Alle sechs Stunden schwojen wir um unseren Ankerball und haben immer wieder einen neuen mal mehr, mal weniger schönen Ausblick aus dem Cockpit 😉 .

Blick auf Santoña

Wir liegen hier so ruhig, ohne Schwell, dass wir tatsächlich mal wieder Kerzen und anderen Deko-Kram auf den Salontisch unserer Ruby Tuesday stellen können,  ohne Sorge zu haben, dass alles von dem Schwell runtergekegelt wird 😉 .

Die Ria de Santoña ist unsere erste Ria – und die macht Lust und Vorfreude auf die vielen anderen Rias, die dann noch kommen werden 🙂 .

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Bilbao – eine Stadt mit vielen Gesichtern

Montag, den 26.08.2019 – Dienstag, den 27.08.2019

Montag Morgen verlegen wir uns von der Ankerbucht in die Marina. Sehr freundlich werden wir hier empfangen und sofort mit Infos zu Bilbao und einem Stadtplan von Bilbao versorgt. Nicht weit von der Marina sind eine S-Bahn-Station und eine Metro-Station – innerhalb einer knappen halben Stunde sind wir im Zentrum von Bilbao 🙂 .

Metro – von Norman Forster entworfen

Metrostation – super sauber und modern

Büroturm des spanischen Stromanbieters Iberdrola

Modernes Elektro-Transportfahrrad

Wir haben uns mit Bilbao versöhnt 😉  – es ist eine tolle Stadt mit vielen verschiedenen Gesichtern und einer Geschichte, die man Bilbao auch heute noch an vielen Stellen ansieht. Bilbao ist eine altgediente Metropole für Handel, Schiffsbau und Industrie. Durch die günstige Lage am Fluss Nervión und die Anbindung an’s Meer wuchs Bilbao schon im 16. Jahrhundert zu einem wichtigen Handelszentrum – von hier wurde Wolle und Eisenwaren nach Frankreich, Flandern und England verschifft. Einen weiteren Aufschwung erlebte Bilbao, als Ende des 19. Jahrhunderts die europaweite Nachfrage nach Eisen stieg. Im Spanischen Bürgerkrieg war Bilbao dann als Zentrum des baskisch-republikanischen Widerstandes hart umkämpft.

Wir liegen mit unserer Ruby Tuesday knapp 15 km flussabwärts im Hafengebiet, denn Bilbao hat viel – aber keine direkte Anbindung an den Atlantik mit seinen schönen Stränden 😉 . Auf unserem Weg in’s Zentrum sehen wir entlang des Nervións Lagerhallen, Kräne, Werften, Industrieanlagen und weiträumige Wohnblöcke, die bei uns zu Schrottimmobilien zählen würden. Kaum vorstellbar, dass dort Menschen leben müssen. Je näher wir Bilbao kommen, um so mehr können wir erkennen, dass Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen Erfolg zeigen. Nicht nur in den Vororten Portugalete mit der beeindruckenden Hängebrücke Puente de Bizkaia, Getxo und Santurtzi, die an den Handelshafen angrenzen, gibt es neue, schöne Uferpromenaden mit Spielplätzen für Kinder und Senioren, sondern auch Bilbao hat viele Parks und Grünflächen.

Grünflächen mitten in Bilbao

„Große architektonische und infrastrukturelle Projekte dienen als Motor für eine städtebauliche und wirtschaftliche Regeneration der Stadt. Das Guggenheim-Museum Bilbao, der Kongress- und Musikpalast Euskalduna, die Metro von Norman Foster, der Flughafen von Calatrava, die neue Straßenbahn, die Hochhäuser der Architekten Arata Isozaki und César Pelli und vieles mehr sind Beispiele der überwältigenden Vitalität, von der Bilbao geprägt ist“ – so aus einer Werbung für Bilbao. Konsequent wurden und werden die Altlasten beseitigt – auf dem Stück zwischen Portugalete und Bilbao ist allerdings noch viel zu tun.

Bahnhof von Bilbao

Im der Bahnhofshalle

Seit 1997 das Guggenheim-Museum eingeweiht wurde, erlebt Bilbao einen großen Zuwachs an Besucherzahlen – das Guggenheim-Museum ist aber auch DAS Highlight und DIE Sehenswürdigkeit von Bilbao. Alles andere, wie die Altstadt mit den engen Gassen und den historischen Gebäuden, den Plaza Nuevo, die vielen Kirchen oder die Markthallen haben wir so oder so ähnlich schon in schönerer Umgebung gesehen 😉 . Deshalb muss man nicht nach Bilbao segeln – wir sind hier, weil uns das Guggenheim-Museum interessiert. Und das ist wirklich gigantisch!

Guggenheim-Museum Bilbao

„Puppy“ ein mit tausenden von Blumen bepflanzter Hundewelpe vor dem Eingang zum Guggenheim-Museum

Das Guggenheim-Museum ist ein Gebäude mit einer Hülle aus Titan, Kalkstein und Glas, entworfen von Frank Gehry, gebaut von 1993 bis 1997.

Mittelpunkt des Museums ist das Atrium – unter verglasten Öffnungen im Titandach steht man inmitten von Licht und schaut durch die Fensterfronten zur einen Seite auf den Fluss Nevión, zur anderen Seite auf die Stadt. Transparenz und Einbettung in die Umgebung war eines von Gehrys Anliegen.

Atrium

Über Glasaufzüge, Treppentürme und geschwungene Stahlbrücken erreicht man jeden Winkel der beiden oberen Ausstellungsetagen.

Gezeigt wird im Guggenheim-Museum moderne und zeitgenössische Kunst in Wechselausstellungen und einigen Dauerausstellungen.

„The Matter of Time“ von Richard Serra,
Dauerausstellung

Einige der bekanntesten Exponate stehen außerhalb des Museums und können damit gratis besichtigt werden: die Riesenspinne „Maman“ von Louise Bourgeois, die „Fontaine de Feu“ von Yves Klein oder der Tulpenstrauß „Tulips“ von Jeff Koons. Am spektakulärsten aber ist ohnehin das Gebäude und die gelungene Einbettung in die Umgebung selbst.

Riesenspinne „Maman“ und „Fontaine de Feu“, das sind die fünf Öffnungen im Wasser – im Dunklen sprühen hier Feuerfontänen

„Tulips“

„Tall Tree & The Eye“ von Anish Kapoor und „Fog“ von Fujiko Nakaya

Baldachin über der Terrasse im Außenbereich

Natürlich bummeln wir auch durch die Altstadt mit ihren Siete Calles, den Sieben Straßen, die alle zum Fluss Nervión führen. Die Gassen sind eng, die Häuser hoch, so dass kaum ein Sonnenstrahl seinen Weg dort hinein findet. Das ist bei Temperaturen um 29°C auch gar nicht so schlecht 😉 . Immer wieder beeindruckend sind die schmalen, schmiedeeisernen Balkone mit den vielen Blumen.

Altstadtgasse

Markthalle am Nervión

Ganz fasziniert sind wir von der Öffentlichen Bücherei – die ist in einem historischen Gebäude mit Jugendstilelementen an der Fassade untergebracht. Neben einem Lese- und Computerraum gibt es auch noch einen großen Theater-Saal – alles in nostalgischem Ambiente 😉 .

Treppenaufgang in der Bibliothek

Theater-Saal

Auf der Plaza Nuevo suchen wir uns ein schattiges Plätzchen – hier probieren wir dann auch endlich die Pinchos. Diesmal stehen sie hinter Glas auf der Theke – das macht Appetit und sie schmecken wirklich richtig gut 🙂 .

Plaza Nuevo

Wir beschließen unsere Tour durch Bilbao mit einer Fahrt zum Artxanda-Hügel – diesmal fahren wir mit einer Standseilbahn ;-).  Zum Laufen ist es uns einfach zu heiß. Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf Bilbao und die umliegenden Berge 🙂 – eine interessante Stadt!

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Lekeitio – Bilbao

Sonntag, den 25.08.2019
NE 1-4 Bft – 33sm – 7h 33 min – Ø 4,5kn – gesamt: 1.324 sm

Lekeitio – Bilbao

Morgens ist es so still in der Bucht, dass man nur das Rauschen der Brandung am Strand hört. Direkt unter den Felsen der Insel San Nicolás ankert ein kleines Fischerboot, auf den Felsen der gegenüberliegenden Seite der Bucht steht ein Angler und versucht sein Glück. Quer durch die Bucht ist ein Schwimmer unterwegs – Sonntagsmorgenidylle 🙂 . Es ist auch heute wieder mal ein bedeckter Tag, aber es ist mit 24°C nicht kalt.

Auch heute starten wir wieder etwas später, da noch gar kein Wind weht. Die ersten zwei Stunden müssen wir motoren, aber als der Wind mit 5kn aus NE weht, setzen wir die Segel und segeln gemütlich an der phantastischen Küste entlang.

Unterwegs

Die Felsen reichen bis an’s Wasser, sind teils grün bewachsen, teils aber auch schroff. Viele Felsen sehen aus, wie ein Schweizer Käse, so durchlöchert sind sie. Ganz selten schmiegt sich ein kleines Dorf an die Hügel.

Kapelle hoch auf dem Felsen

Ankern kann man hier wirklich nur, wo auch die Dörfer und kleinen Häfen sind und ein bisschen Schutz bieten – das geht sowieso nur bei sehr moderatem Wetter. Weht der Wind stark auflandig, bringt er direkt auch viel Schwell mit – damit ist der Spaß am Ankern dann auch vorbei.

Schon ziemlich spät laufen wir in den großen Handelshafen von Bilbao ein – damit verfliegt jegliche Seefahrerromantik 😉 . Es wird heute wegen des Sonntags wohl nicht gearbeitet, aber die Kulisse ist typisch Hafen. Nicht wirklich schön.

Wir segeln bis an das Ende des Hafenbeckens, dort, wo die drei Marinas sind und lassen unseren Anker mit Blick auf Getxo und die Puente de Bizkaia fallen. Da der Wind leicht auflandig weht, haben wir aus dem Cockpit ein schönes Panorama – der Handelshafen liegt hinter uns 🙂 .

Getxo und die Puente de Bizkaia

Morgen werden wir uns für zwei Tage in eine Marina verlegen und Bilbao ganz unvoreingenommen noch mal auf’s Neue erkunden 😉 .

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Getaria – Leteikio

Samstag, den 24.08.2019
W-NW 3-5 Bft – 22sm – 4h 13 min – Ø 5,2kn – gesamt: 1.291 sm

Getaria – Leteikio

Eigentlich soll schon ab 07:00 Uhr der Wind aus Süd wehen – wenn auch nur für drei Stunden. Tut er aber nicht und wir schlafen noch ein bisschen 🙂 . Wir trödeln so vor uns hin, denn die Winddrehung auf West bis Norwest mit 4 Bft soll erst mittags kommen. Es ist schon um 09:00 Uhr so warm, dass wir den Schatten suchen. Gegen 11:00 Uhr setzt der Wind ein, wir holen den Anker hoch und segeln aus der Bucht von Getaria.

Nach Leteikio wollen wir heute – einem kleinen baskischen Dorf mit nettem Hafen und der vorgelagerten Insel San Nicolás, die bei Niedrigwaser über einen Weg erreichbar ist. Ob wir in dem Hafen einen Platz finden, warten wir erst mal ab 😉 . Auch dieser Hafen ist klein und nicht unbedingt auf Gästeboote eingestellt.  Aber die vorgelagerte Insel San Nicolás bietet Schutz gegen Wind und Wellen aus West und Nordwest – da können wir dann auch ankern, wenn es im Hafen nicht klappt.

Unser Kurs nach Leteikio ist mal wieder ein Kreuzkurs – aber alles ist besser, als ein Kurs mit wenig Wind von hinten 😉 . So genießen wir das Segeln hoch am Wind, wenden, als der Wind mehr auf Nordwest dreht und erfreuen uns an der schönen Landschaft. Berge bis zum Wasser, sattgrüne Wiesen, gelegentlich ein kleines Dorf oder eine Badebucht 🙂 . Ziemlich plötzlich wird aus dem entspannten Segeln ein recht sportliches Segeln. Wind und Wellen nehmen zu, schnell sind wir bei 2 Metern Welle oder auch mehr, die sich auch schon mal brechen. Statt der vorhergesagten knappen 4 Bft haben wir satte 5 Bft. Wir reffen und weiter geht’s 🙂 .

Die Hafeneinfahrt nach Leteikio zwischen dem Festland und der Insel San Nicolás ist nicht gerade sehr groß und tief – wir  entscheiden uns bei dem starken auflandigen Wind und den brechenden Wellen gegen ein Einlaufen und steuern sofort die Ankerbucht an. Die Genua holen wir noch vor Einfahrt in die Ankerbucht ein, aber um das Großsegel zu bergen, ist es uns draußen viel zu wellig. Erst in der Bucht im Schutz der Insel San Nicolás lassen wir das Großsegel fallen. Hier ist es auch nicht wirklich ruhig, aber zum Ankern reicht es gut aus. Ruhige Ankerplätze hatten wir zuletzt im Golf de Morbihan 🙂 – wir sind also Kummer gewohnt 😉 .

In der Bucht sind ein paar Motorboote, eine ziemlich große belgische Segelyacht und mit uns kommt noch ein Holländer. Es ist Platz genug und so findet jeder seinen Ankerplatz. Wie immer lassen wir eher mehr, als weniger Ankerkette raus und kommen beim Schwojen der belgischen Segelyacht ein bisschen nahe. Bevor wir zum gemütlichen Teil übergehen, verlegen wir uns lieber noch mal um ein paar Meter in den inneren Teil der Bucht. Hier liegen wir endlich mal wieder in einer richtigen Bucht und nicht nur an einem Ankerplatz mit Land im Rücken 😉 – schön ist es hier!

Leteikio

Am Strand ist wieder quirliger Badeberieb. Aber auch Sufer haben hier ihren Spaß. Die Wellen, die in die Bucht laufen und sich vor dem Strand brechen, reichen für die Surfer aus. Vielleicht nicht für die Profis, aber die Anfänger kommen auf ihre Kosten.

Wir bleiben an Bord – mit dem Dinghi gibt es wegen der starken Brandung keine Möglichkeit anzulanden, ohne komplett naß zu werden 😉 . Die Belgier schwimmen an Land – in einem wasserdichten Beutel haben sie wohl Handtücher und Garderobe. So weit geht unser Wunsch, den Ort zu besichtigen denn nun doch nicht. Wir begnügen uns mit der Aussicht auf San Nicolás und Lekeitio von Bord unserer Ruby Tuesday 🙂 .

Eigentlich ist das Wetter schön, erst nachmittags zieht es sich zu. Unser Ankermanöver bei viel auflandigem Wind und Welle hat uns wohl doch so in Anspruch genommen, dass wir versäumt haben, Fotos der Gegend im Sonnenschein zu machen. Deshalb gibt’s heute nur Fotos grau in grau 🙁 . Womit dann auch nicht zum ersten Mal dokumentiert ist, dass hier immer nur die Sonne scheint 😉 . Das tut sie oft und heiß, aber zum Glück nicht immer – gelegentlich ein paar schattige und kühlere Tage tun uns sehr gut 😉 .

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